Dienstag, 14. April 2026
viele, kleine Pflaster
Seit Anfang Monat habe ich als Neu-Teilzeit-Rentner mehr Zeit, und diese versuche ich, aus meiner Sicht, sinnvoll zu nutzen. Das fällt auch nicht schwer, denn über die vergangenen Jahrzehnte habe ich vieles vor mir hergeschoben oder nur teilweise erledigt.
Früher mangelte es an Zeit oder Energie, und so war man mit einer kurzfristigen und halb fertigen Lösung oftmals zufrieden. Dafür gibt es in der Schweizerdeutschen Sprache den schönen Ausdruck "Pfläschterli-Politik". Das heisst: Man klebt auf die wunde Stelle rasch ein Pflaster und hofft, dass sich die Blutung dadurch stoppen lässt (sich das Problem auf einfache Weise löst). Das wiederholt man unter Umständen mehrfach und erreicht dadurch auch oft das Ziel, doch eine längerfristige Lösung wurde durch diese Vorgehensweise weder gesucht noch gefunden. Und so staune ich aktuell etwas, wie viele dieser kleinen Baustellen ich überall finde. Angefangen von virtuellen Unschönheiten (wieso genau brauche ich drei verschiedene Google-Accounts?), bis hin zu physischen Projekten (fliegende Stromkabel im Keller, fehlende Gestelle, alter Krempel und Unordnung etc.).
Nun habe ich effektiv Zeit, um all diese Kleinigkeiten zu bereinigen. Ich muss auch nicht alles sofort anpacken, denn ich habe auch morgen, übermorgen, nächste Woche oder nächsten Monat noch Zeit. Ich muss nicht, nein, ich will solche Pflaster entfernen und die Ursache wirklich beheben. Etwas, was vollständig abgeschlossen ist, kann man vergessen und das wirft auch keine gedanklichen Schatten mehr. Das mag ich und ich mag auch Ordnung und Einfachheit. Simplify your life!
PS: Wie sich die Jahre doch gleichen...
Gestern zeigte ich ein Bild mit Graffitis, und heute vor einem Jahr machte ich an der genau gleichen Stelle ebenfalls ein Foto. Und morgen, 15. April, vor 15 Jahren, war ich auch schon dort. same, same, but different. 😉
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