Dienstag, 28. April 2026
(2) An der Loire-Quelle vorbei
Um halb acht Uhr morgens konnten wir ein ausgezeichnetes Frühstück geniessen und so waren wir schon vol halb neun Uhr abfahrbereit. Schon nach wenigen hundert Metern machten wir den ersten Halt bei einem Carrefour-Lebensmittelgeschäft um Proviant für den Tag zu kaufen.
Gleich nach dem Ortsausgang von Saint Agrève zeigte sich, dass heute eine ganz anders gelagerte Tour auf dem Programm steht wie gestern. Wir befahren fast den ganzen Tag einen Abschnitt der "Grand Traversée de l'Ardèche", einer ausgeschilderten Mountainbikestrecke durch die Region. Es gibt also viel mehr Schotterstrasse, Karren-, Forst- und Wanderwege, als Strassen. 👍
Der Tag entwickelte sich traumhaft schön. Wir bewegten uns fast immer über 1'000 m.ü.M., mit wenig Landwirtschaft, vielen Heiden und bewaldeten Hügeln. Immer wieder genoss man eine tolle Aussicht in die umliegende Region und die vielen Berge/Hügel, die in grauer Vorzeit meist Vulkane waren. Das erkannte man auch gut an dem fast schwarzen Geröll unterwegs und an den Basaltgesteinen.
Natürlich entging uns nicht, dass sich der Himmel immer stärker zuzog, und auch das erste Donnergrollen haben wir noch gekonnt ignoriert. Doch das half leider nichts, denn schon bald gingen die, zuerst noch vereinzelt fallenden, Regentropfen in einen veritablen Landregen über. Unter einem grossen Baum machten wir also einen kurzen Halt, um die Regenkleider anzuziehen. Und das nur wenige Kilometer vor dem eigentlichen Tageshighlight, der Loire-Quelle.
Dieses Highlight fiel dann buchstäblich ins Wasser. Wir befanden uns dort mitten in einer weissen Regenwolke und ausser zwei kleinen Verkaufsständen war alles geschlossen. Hier beginnt die Saison erst ab Mai, also ab dem kommenden Wochenende. Pech gehabt. Es regnete und das GPS zeigte nur noch magere 10 Grad an. Schnell begann ich zu frieren und fiel dadurch in ein kleines Motivationsloch. Am liebsten wäre ich in den Mannschaftsbus eingestiegen, hätte mir eine wärmende Wolldecke umgeworfen und mich wortlos zum nächsten Hotel fahren lassen 😰.
Es folgten noch etwa 25 Kilometer und viele davon nun auf aufgeweichten und dreckigen Waldstrassen. Das bedeutet noch lockere zwei Stunden Fahrzeit, Regen und Kälte. Ich brauchte mindestens 15 Minuten, bis ich mich mit genau dieser Situation abfinden und auch anfreunden konnte. Es ist, wie es ist! Mach das Beste daraus! Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach...
Einfach weitermachen hilft. Und schon bald folgt die nächste Steigung, das Blut kommt in Wallung und die Körpertemeratur steigt. Schon geht es etwas besser. Ausserdem ist die Landschaft auch bei Regen schön und die Route macht wirklich Freude. Und so kämpft man sich durch und weiss genau, dass sich die Mühe lohnt. Also stört es auch nicht mehr wirklich, dass die Bikeschuhe schon längst mit Wasser gefüllt sind. 🤨
Kurz nach 16 Uhr erreichen wir unser Ziel in Saint Cirque en Montage. Wir haben hier ein Familienzimmer im Hauptgebäude eines grossen Campingplatzes gebucht. Die Dame des Hauses serviert uns schnell und unkompliziert drei grosse Milchkaffees, damit wir uns aufwärmen können und der Herr des Hauses legt einen Wasserschlauch bereit, mit dem wir die dreckigen Bikes und Packtaschen abspritzen können. Die heisse Dusche ist danch so quasi die Kirsche auf der Torte.
Wobei: Ein super feines Essen, im einzigen Restaurant des Dorfes, zusammen mit einer sehr guten Flasche Rotwein rundete diesen Tag gebührend ab. Ich werde bestimmt gut schlafen! 😀
Hier der Link zur GPS-Aufzeichnung des Tages und die Fotos von heute starten im Fotoalbum ab Bild 50.
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