Sonntag, 3. Mai 2026
(6) nach Saint Jean du Bruel
Ziemlich genau um halb neun Uhr starten wir von Meyrueis südöstlich in Richtung Berge. Es ist stark bewölkt und mit nur wenig über 10 Grad doch ziemlich frisch. Die ersten Kilometer, bis zum verlassenen Chateau de Roquedols, führen gemütlich entlang eines Bachs auf einer kleinen Asphaltnebenstrasse. Es folgen zwei kleine Weiler, Ferrusac und Le Villaret, bevor es in eine Schotterstrasse übergeht und stetig anzusteigen beginnt.
Im Wald sind wir weitgehend vom Wind geschützt und können so in den nächsten eineinhalb Stunden die anstehenden Höhenmeter gut erstrampeln. Es ist hier sehr wasserreich. Immer wieder queren wir kleine, klare Bäche, die ins Tal fliessen. Trotz des gestrigen Ruhetages fühlen sich meine Beine etwas schwammig an und so versuche ich die Belastung schön gleichmässig zu halten. Immer wieder den Kopf heben und die ruhige, ja einsame Natur geniessen.
Auf knapp 1'400 Metern über Meer ist der höchste Punkt des Tages erreicht. Hier zeigt das GPS gerade noch 8 Grad und die dunklen Wolken am Himmel verheissen nichts Gutes (doch sie bilden einen dramatischen Bildhintergrund). Wir befahren nun Teile der «Grande Traverséé du Massif Central» und ich muss gestehen: Die Franzosen sind ziemlich harte Kerle. Die Wege sind technisch anspruchsvoll, steinig und verblockt. Das fordert einiges an Konzentration und Fahrtechnik. Dafür machen die 300 Höhenmeter runter bis Saint Saveur Camprieu auch Mega-Spass. Dieser kleine Ort liegt auf einer Hochebene und ist anscheinend ein beliebter Sommer-Campingort. Man sieht viele mietbare Holzhütten und Campingplätze. Wir sind aber vor allem froh, dass die einzige Bar im Ort auch sonntags geöffnet ist. Uns ist ziemlich kalt und so schätzen wir die warme Gaststube und den frischen Café au Lait doch sehr. Wir treffen dabei auf ein Paar aus Österreich und plaudern angeregt mit ihnen.
Remy hat für heute genug Mountainbiketrails und so besprechen wir seine Möglichkeiten auf der Strasse. Wir verabreden uns im kleinen Ort «La Mouline» im Tal des Le Trèvecel, wo wir am kommunalen Patanque-Platz den idealen Picknicktisch für unser Mittagessen finden. Mittlerweile ist der Himmel etwas heller, hier im Tal windet es kaum und so ist es wirklich sehr angenehm. Wir benötigen auch wirklich noch einmal Treibstoff, denn entlang des Mont Mal und über den Col des Rhodes stehen doch noch etliche Höhenmeter an. Dieser Abschnitt ist dann erneut vom Allerfeinsten. Alles Offroad, alles ohne je einem anderen Menschen zu begegnen. Grosszügiges, weites Land, bewaldet oder als Heidelandschaft mit tollen Ausblicken.
Auch hier wartet natürlich noch ein kurzer Abenteuerabschnitt auf uns. Zuerst geht es steil und steinig in ein Tal, wo es für die Flussüberquerung zum Glück eine kleine Brücke gibt. Auf der anderen Seite muss man zuerst schieben, bevor es dann weiter ziemlich steil berghoch geht, bis man unverhofft auf eine kleine Asphaltstrasse trifft. Die letzten Kilometer bis nach St. Jean du Bruel sind dann einfach und entspannend. Ein weiterer Super-Biketag nähert sich dem Ende. Auf dem kleinen Dorfplatz genehmigen wir uns in der Bar des Halles ein Belohnungsgetränk und warten auf Remy, der auch schon bald auftauchte.
Wir tauschten etwas Erlebnisse auf und klingelten dann am herzigen Appartement gleich neben Bar und Kirche. Eine nette Dame zeigte uns die schönen Zimmer und liess uns sogar die dreckigen Bikes ins Wohnzimmer stellen. Dann ab unter die Dusche und schon bald machten wir uns auf den Weg ins (wieder einmal) einzige, geöffnete Restaurant des Ortes. Dort haben wir nicht nur ausgezeichnet, sondern auch äusserst preiswert gegessen. Man merkt, dass wir uns hier im wenig touristischen Hinterland bewegen, wo die Preise entsprechend niedrig sind.
Hier der Link zur heutigen GPS-Aufzeichnung und hier die Bilder des Tages, in der Fotogalerie ab Bild 241.
Dieser Link ist nicht aktiv. Er enthält eine kopierbare Trackback-URI, um manuell ein Ping- und Trackback zu diesem Eintrag für ältere Blogsysteme zu generieren; zB (immer noch valide) über das zur Verfügung gestellte Eintragsfeld des serendipity_event_trackback Plugins. Serendipity und andere Blogsysteme erkennen die Trackback-URL heutzutage aber automatisch anhand der Artikel-URL. Die Trackback-URI für ihren Link des Sender-Eintrages lautet daher wie folgt: »https://www.beatsblog.ch/3893-6-nach-Saint-Jean-du-Bruel.html«
