Samstag, 9. Mai 2026
(12) zurück zum Start
Ich bin kein Fan von ibis Hotels, doch meckern darüber kann ich auch nicht. Das heutige Frühstücksbuffet war reichhaltig und trotz der vielen Gäste wurde immer fix nachgefüllt und somit konnte sich jeder nach seinem Gusto satt essen. Ich beschränkte mich auf Joghurt und Müesli. Noch immer litt ich unter Durchfall und langsam glaubte ich nicht mehr, dass das an den Cola-Fläschchen lag. Ich habe mir da etwas Gröberes angelacht.
Der heutige Streckenbeschrieb ist relativ simpel. Wir überwinden einen Hügelzug, mit dem höchsten Punkt dem «Col de Sarasset», und fahren auf dessen Nordseite bergrunter bis ins Tal des Erieux, wo wir wieder auf den "La Dolce Via" Radweg treffen, der uns schlussendlich zurück nach Saint Fortunat sur Erieux, und zu unserer ersten Unterkunft führt, wo auch das Auto geparkt ist. Ziemlich lockere 54 Kilometer mit ca. 800 Höhenmeter.
Doch mit Bauchschmerzen und leeren Gedärmen sind auch nur 800 Höhenmeter schon eine ordentliche Quälerei. Ich schickte die zwei Anderen vor, damit sie ihr Tempo fahren können, während ich mich hinten so gut wie möglich berghoch kämpfte. Gleichmässig atmen war wichtig. Und auch: sich immer wieder ablenken und sich auf die wunderbare Landschaft konzentrieren. Trotzdem geniessen und dankbar dafür sein, dass man so eine interessante Tour erleben darf und auch, dass heute Abend das Radfahren ein vorläufiges Ende findet.
Kurz nach 12 Uhr mittags überquerten wir den höchsten Punkt und kamen schon bald in das sehr schön gelegene Bergdorf Saint Julien du Gua. Wir fuhren an einem Restaurant vorbei, wo es herrlich duftete und meine Mitfahrer wollten da gerne einkehren. Mir war noch immer schlecht und nicht zum Essen zumute. Während die Zwei sich im Restaurant verköstigten, legte ich mich am Dorfplatz auf eine schattige Parkbank und döste etwas vor mich hin. Die flache Position und die Ruhe tat mir gut.
Von da weg war die Reststrecke ein Kinderspiel und einfach Genuss pur. Zuerst fuhren wir lange durch das Tal der L’Auzène. Immer auf einer kleinen Asphaltnebenstrasse, immer leicht bergrunter. Man konnte einfach auf dem Mountainbike sitzen, rollen lassen und die herrliche Aussicht in immer neue, kleine und malerische Weiler geniessen. Traumhaft schön. Das ging bestimmt 20 Kilometer so, bis wir im Ort Le Moulinon wieder zum Fluss L’Erieux, und auf den Radweg «La Dolce Via» trafen.
Da war dann gleich ziemlich viel Verkehr. An diesem sonnigen und warmen Samstag Anfang Mai waren enorm viele Radfahrer unterwegs. Kein Vergleich mit dem Montag vor zwei Wochen, als wir in Gegenrichtung auf unsere Radtour gestartet sind. Wir nahmen es gemütlich und gondelten zufrieden in Richtung Saint Fortunat sur Eyrieux, wo wir schon kurz nach 14:30 Uhr eintrafen. Im lokalen Lebensmittelgeschäft kauften wir uns Eis, welches wir genüsslich auf einer schattigen Parkbank verspeisten.
Nun stieg ein gutes und dankbares Gefühl auf. Wir haben gemeinsam diese zwei Wochen gemeistert und viele neue und einmalige Eindrücke gewonnen. Es war teilweise unglaublich. Eine grosszügige und grüne Landschaft, wie ich sie zuvor noch selten gesehen habe. Wir erlebten Sonne, Regen, Wind und Kälte. Das volle Programm. Doch nun waren wir gemeinsam am Ziel. Ohne grossartige Defekte und ohne grossartige Blessuren (wenn man von meiner Magenverstimmung mal absieht). Da darf man wirklich dankbar sein. ![]()
Hier der Link zu der heutigen GPS-Aufzeichnung. Die Fotos im Fotoalbum beginnen ab Bild 481.
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