Es wird ruhiger
Die Tage werden spürbar kürzer und am frühen Morgen liegen die Temperaturen nun wieder im einstelligen Bereich. Der Herbst hält Einzug, auch wenn das Wetter nach wie vor meist sonnig, zu warm und zu trocken ist.
Auch Arbeitsmässig merke ich, dass es gegen Ende September zugeht und somit die Buchungen weniger werden, bis dann, vermutlich so Mitte Oktober, das Geschäft völlig zum Erliegen kommt. Das Ende von Bike Butler GmbH naht ...
Heute war ich für eine Geburtstagsfahrt gebucht und dafür musste ich schon morgens um acht Uhr mit dem Bike losfahren, damit ich pünktlich um 09:30 Uhr die Fahrgäste in einem Aussenquartier abholen konnte. Das Thermometer vor der Garage zeigt 9° Grad. Also erstmals wieder mit Knielingen und Langarmtrikot Radfahren. Auf der Fahrt in die Stadt registrierte ich das hohe Verkehrsaufkommen der morgendlichen Rushhour. Was bin ich froh, diesen Zirkus nicht mehr mitmachen zu müssen 😏. Ich vermute, dass ich die 18 Kilometer heute mit dem Rad schneller zurücklege, als wenn ich in einem Auto unterwegs wäre.
Die Geburtstagsfahrt war schnell erledigt und nach der Fahrt war ich mit einem Freund verabredet, welcher vor zwei Wochen eine Knieoperation über sich ergehen lassen musste. Er litt unter starker Arthrose und im März wurde im deswegen das Kniegelenk des linken Beins komplett ersetzt und nun wurde das Zweite, das rechte Bein operiert. Es ist schon erstaunlich, was heutige Medizintechnik alles ermöglicht. So staunte ich nicht schlecht, als er mir heute die Türe öffnete, ohne Gehstöcke zu benötigen. Die Operation ist demzufolge gut verlaufen und er befindet sich eindeutig auf dem Weg zur Besserung. Sehr schön. 🙏
Auf dem Nachhauseweg überlegte ich kurz, ob ich noch auf die Lägern-Hochwacht fahren soll. Ich entschied mich dagegen, weil auch in mir etwas Herbst Einzug gehalten hat. Der heisse Sommer, mit langen und anstrengenden Touren, ist zu Ende und es folgt eine etwas ruhigere und gemütlichere Phase. Es geht jetzt mehr um bewussten Genuss. Gemütlich über Land fahren und das schöne Wetter in sich aufnehmen. Die Blumen am Wegrand betrachten und sich an der lebendigen Natur erfreuen. Bewusst und achtsam ... ☺️
So langsam beginne ich den neuen, selbstbestimmten Lebensabschnitt besser zu verstehen. Die Ungeduld und Eile lässt etwas nach. Ich erkenne langsam, dass jeder Augenblick Tiefe und Intensität enthält, die man rasch übersieht, weil der Geist schon an der nächsten Tätigkeit oder am nächsten Ding haftet. Man kann auch einfach mal ruhig sein oder bewusst nichts tun. Ohne schlechtes Gewissen. Ich will Dinge nicht mehr rasch-rasch erledigen, damit sie vom Tisch sind, sondern ich will sie bewusst und wenn möglich vollständig erledigen. Oberflächlichkeit will ich mir nicht mehr leisten 🧐.
Es geht auch darum, bewusster im Einklang mit den Jahreszeiten zu leben. Alles hat seine Zeit ...











