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Donnerstag, 2. April 2020

TREK 1120 - ein Jahr später

Bikepacking mit TREK 1120
Bikepacking mit TREK 1120

Vor einem Jahr habe ich ein erstes Fazit über das im November 2018 gekaufte Bike geschrieben. Heute hat das Bike etwas mehr als 5'200 Kilometer auf dem Tacho. Es wurde also gut gebraucht und die Wandlung des Bikes innerhalb dieses Jahres hätte ich ganz sicher nicht vorgenommen, wenn es mir nicht wirklich ans Herz gewachsen wäre.

Für diesen Artikel habe ich heute nicht extra ein neues Bild gemacht, sondern zeige das Bike noch einmal in seiner eigentlichen Bestimmung, als Bikepacking-Bike, mit Gepäckträgern. Das Bild entstand Ende Februar, in Caltagirone, Sizilien, bei der Keramiktreppe "Scala Santa Maria del Monte". Das Bike ist gebraucht, dreckig, vollgepackt und in dieser Konstellation macht es unglaublich viel Spass. Es bietet mir den nötigen Komfort für lange Tage im Sattel, für intensives Erleben. Von den erwähnten 5'200 Kilometern war es jedoch nur etwa 1'700 Kilometer auf Bikereisen unterwegs. Den weitaus grösseren Teil wird es hier zuhause, in der direkten Umgebung als "normales" Mountainbike genutzt.

Seit letztem Jahr ist die offensichtlichste Veränderung, dass ich es im Juli 2019 farblich umgestalten liess. Nun bestimmen knallige Farben und nicht mehr ödes Grau das Bild und seither ist es wohl das von mir am meisten fotografierte Bike 😍. Als nächstgrössere Änderung schenkte ich dem Bike (oder mir), zur letzten Weihnachtsfeier, einen neuen Satz Laufräder mit Carbonfelgen und blauen Radnaben und Speichennippeln. Diese Räder sind leicht, stabil und sehr schön anzusehen. Wo immer möglich habe ich blaue Alu- und Titanschrauben eingesetzt und somit wirkt das ganze Bike nun wie aus einem Guss. 💖

Es passt mir sehr gut und ich habe immer wieder viel Freude daran. Ich denke, dieses Fahrrad wird mich noch lange begleiten.

nicht gebrauchte Flugzeuge
nicht gebrauchte Flugzeuge

Heute habe ich mit dem TREK 1120 eine kurze Runde um den Flughafen gemacht. Dabei entstand das nebenstehende Foto, welches einen Teil der derzeit stillgelegten Flugzeuge von SWISS, Edelweiss und Helvetic zeigt. Irgendwie ist das ein bedrückendes Bild. Es erinnert mich an den 2. Oktober 2001, als die damalige Schweizer Airline, SWISSAIR, gegroundet wurde. Ich war zu der Zeit im Informatikbereich der SR-Group (Muttergesellschaft der SWISSAIR) angestellt und erlebte dieses wirtschaftliche Desaster, den Zusammenbruch und den Verkauf an Lufthansa hautnah. Nun stehen die Flugzeuge wieder still. Nicht wegen Fehlentscheidungen des Managements (wie damals), sondern wegen dem Corona-Virus und den damit einhergehenden Reisebeschränkungen. Man fragt sich schon, wie das weitergehen wird...

Mittwoch, 1. April 2020

vertikutieren

Rasen vertikutieren
Frühlingsarbeiten an der Rasenfläche

Habe heute zufällig in der Zeitung gelesen, dass es diesen Sommer wohl sehr viele schöne Gärten geben wird. Wieso? Weil viele Leute derzeit zuhause sind, nicht arbeiten können und deshalb ihre Freizeit mit Gartenarbeit verbringen. BINGO! Das trifft auch voll auf mich zu.

Vor einem Jahr haben wir einen Teil unserer Rasenfläche in eine Blumenwiese umgestaltet. Im Spätherbst habe ich dann die Blumenwiese gemäht und im November winterfest gemacht. Nun war es an der Zeit, die Fläche auf die nächste Blütezeit vorzubereiten. Dies betrifft jedoch nicht nur die Blumenwiese, sondern auch die umgebende Rasenfläche. Und damit hatte ich bisher noch keine Erfahrung. Das heisst also, unser Rasen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr in eine Wiese verwandelt. Der Rasen wurde nie gedüngt und auch nie nachgesäht und somit breiteten sich diverse Unkräuter, Löwenzahn und Moose aus. Es war also höchste Zeit, hier mal etwas zu unternehmen.

Schon am letzten Wochenende habe ich den Igelbau weggeräumt und Karin begann die frisch spriessenden Löwenzahnbüschel auszustechen. Heute war ich nun an der Reihe um die nächsten Schritte anzupacken. Auf dem Programm stand, die ganze Fläche zu vertikutieren. Das habe ich noch nie gemacht, war aber bestimmt die richtige Idee um das Moos und andere Flechten aus dem Rasen zu kriegen.

In unserem Dorf gibt es einen Verleih für Bau- und Gartenmaschinen und da hatte ich mir eine Vertikutiermaschine reserviert. Zuerst also noch die restlichen Löwenzahn ausstechen und den Rasen möglichst tief runterschneiden und dann geht es los. Ich war erstaunt, wie einfach das geht. Die Profimaschine fräst sich fast von alleine durch die Rasenfläche. Die grössere Arbeit war, danach den ganzen Auswurf zusammenzurechen und in Grünguttonnen für die Kompostierung vorbereiten.

Für das Aussähen von frischem Rasen- oder von Blumenwiesensamen ist es derzeit noch zu früh. Die Temperaturen sollten nicht unter 5° Grad über Null fallen, damit die Samen richtig gut keimen können. Bei den aktuellen Frostnächten ist das also keine gute Idee. Was ich aber noch machen kann ist, auf der ganzen Fläche Dünger ausbringen. Das ist eine gute Vorbereitung für die kommende Samenaussaat. So findet der Samen dann perfekte Bedingungen für ein schnelles Wachstum. Ich bin gespannt...

Leider habe ich kein gutes Foto von der fertigen Arbeit gemacht. Ist aber auch kein Problem. Lieber reiche ich dann im Sommer ein schönes Bild von der Blumenwiese Version 2 nach.

Statistiken, Grafiken und Prognosen

Todesursachenstatistik
Quelle: Bundesamt für Statistik – Todesursachenstatistik

Irgendwie passt das Thema dieses Beitrags recht gut zum heutigen Tag. 😏 Leider geht es hier aber nicht um einen April-Scherz.

Ganz generell, aber vor allem in ausserordentlichen Zeiten, versuchen wir Sachverhalte und Dinge mit Zahlen zu unterfüttern und zu verdeutlichen. Daraus basteln wir dann zur besseren Verständlichkeit Grafiken und errechnen Prognosen. Dagegen ist an und für sich nichts einzuwenden, doch eine gewisse Skepsis darf man dabei durchaus an den Tag legen. Nicht umsonst gibt es das Bonmot "glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast." Viel zu oft werden Statistiken und Grafiken nur aus einem einzigen Grund erstellt: Um die vorher schon feststehende Meinung zu untermauern.

Heute bin ich in diesem Artikel über die oben dargestellte Grafik gestolpert. Die finde ich ja mal echt interessant und aussagekräftig. Wenn nämlich bisher von "Corona-Toten" gesprochen wurde blieb völlig offen, ob diese Personen zusätzlich zur normalen Sterblichkeit hinzukommen, oder ob sie ein Teil davon sind. Hier zeigt nun die Grafik recht anschaulich, dass im März die Sterblichkeit (infolge der Corona-Opfer) steil ansteigt und nun den statistisch zu erwartenden Bereich verlässt (und wohl auch noch weiter ansteigt). Die Grafik zeigt aber auch, dass dies zu dieser Jahreszeit nicht wirklich aussergewöhnlich ist. In den dargestellten letzten sechs Jahren war das wegen starken Grippewellen mehrmals der Fall. Soweit zur Ausgangslage. Die Grafik zeigt also: Ab jetzt wird's abnormal und es wird ausserordentlich viel gestorben...

Bei genauerem Betrachten dieser Grafik mache ich folgende Überlegung: O.K. Anscheinend sterben in der Schweiz pro Woche etwa 200 Personen unter 65 Jahren und etwa 1'200 Personen über 65 Jahren. Das ist schon eher grosszügig abgelesen. Gesamthaft sterben also jede Woche 1'400 Personen, das macht bei 52 Wochen 72'800 Sterbefälle pro Jahr. Gemäss Bundesamt für Statistik lebten Ende 2018 etwas mehr als 8,5 Millionen Menschen in der Schweiz (heute wohl eher noch mehr). Wenn man nun diese 8,5 Millionen durch die 72'800 Sterbefälle pro Jahr teilt, erhält man die durchschnittliche Lebenswerwartung in Jahren. Denke ich mir... oder sehe ich das falsch? Ich finde das eigentlich logisch... Und? Hat schon wer gerechnet?

8'500'000 Menschen : 72'800 Sterbende pro Jahr =  Durchschnittliche Lebenserwartung = 116,7 Jahre... Boah...Wir kommen ins Guinessbuch der Rekorde. Als die Nation mit der höchsten Lebenserwartung.👍 Wurde überhaupt schon jemals ein Mensch so alt? Fragen über Fragen...

Aktuell liegt die Lebenserwartung in der Schweiz bei etwas über 80 Jahren (meines Wissens). Demzufolge müssten bei 8,5 Millionen Einwohnern etwa 2'040 Personen pro Woche sterben. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied zu den oben dargestellten 1'400. Irgendetwas stimmt da nicht... 🤔

Unter der Grafik steht: Quelle: Bundesamt für Statistik. Muss also stimmen... 🙄 Vermutlich liegt der Fehler bei mir. Bestimmt habe ich irgendetwas falsch verstanden oder falsch überlegt... (oder diese Grafik hat doch etwas mit dem 1. April zu tun).

Wobei, wenn man sich die Todesfall-Statistiken den Bundes ansieht, wird es noch dubioser. Dort wird ausgewiesen, dass 2019 (nur) 67'307 Menschen gestorben sind. Das muss ein aussergewöhliches Jahr gewesen sein, denn sonst läge die durchschnittliche Lebenserwartung der 8,5 Mio. Einwohner ja bei 126,7 Jahren... ich gebe es auf... ich verstehe es einfach nicht.

Nachtrag am 02.04.2020

Die Sache hat mir keine Ruhe gelassen und durch etwas Nachdenken habe ich dann meinen Fehler erkannt. Wenn ich rückwärts rechne ergibt sich folgendes Bild: 67'307 Todesfälle x 80 Jahre = 5'384'560 Einwohner. Wenn ich nun die Bevölkerungsstatistik des Bundes ansehe stelle ich fest, dass diese Zahl ziemlich genau auf das Jahr 1960 zutrifft. Im Jahr 1950 lebten 4'717'000 Menschen in der Schweiz und 1940 (2020 - 80 = 1940) waren es bestimmt noch weniger. Also: Asche auf mein Haupt! Ich habe mich gestern da gedanklich verrannt. Die obenstehende Grafik und auch die übrigen Zahlen des Bundes sind völlig korrekt.

Die Angabe der durchschnittlichen Lebenserwartung bezieht sich immer auf das Geburtsjahr. Wer also heute, 2020, geboren wird, kann davon ausgehen, dass er etwa 81 und sie etwa 85 Jahre leben wird. Wer aber 1950 geboren wurde, der konnte davon ausgehen, dass er 66 und sie 71 Jahre leben wird. Gefahrenreduktion durch weniger körperliche Arbeit, Sicherheitsvorschriften, Ernährung und vor allem bessere medizinische Möglichkeiten, sind für die ansteigende Lebenserwartung hauptverantwortlich.

Es ist also ein Irrtum, wenn ich annehme, dass meine "durchschnittliche" Lebenserwartung bei 80 Jahren liegt. In meinem Geburtsjahr, 1963, lag diese nämlich für Männer bei etwa 70 Jahren. Als statistischer Durchschnittsbürger stehen mir aktuell also nur noch etwa 13 Jahre zur Verfügung... carpe diem...

Dienstag, 31. März 2020

historischer Monat

Der März 2020 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wurde in der Schweiz das Notrecht ausgerufen und der Bundesrat hat am Freitag, den 13. März, (Ironie des Schicksals), ausserordentliche Massnahmen beschlossen und in Kraft gesetzt. Seitdem befindet sich das Land in einer Art Schockstarre... Auslöser dafür war keine militärische Aggression, sondern die Absicht, eine unkontrollierte Ausbreitung des Corana-Virus, genannt Covid-19, zu verhindern. Seither sind die meisten, nicht zum Überleben notwendigen Geschäfte geschlossen. Alle Schulen und Universitäten wurden genauso geschlossen wie Geschäfte mit Körperkontakt oder körperlicher Nähe, wie Coiffeur, Physiotherapie, Kosmetikstudios, und, und, und... Menschenansammlungen und Grossveranstaltungen wurden verboten oder zumindest auf unbekannte Zeit verschoben.

Natürlich ist die Lage nicht nur in der Schweiz ausserordentlich. Ausgehend von Asien (China) verbreitete sich das Virus ziemlich schnell um den ganzen Globus. Aktuell ist Europa und Amerika sehr stark betroffen. Jeden Tag werden neue, immer höher werdende, Fallzahlen und Todesfälle gemeldet. Spitäler und Notfallstationen sind zunehmend überlastet. Es gibt (zumindest aktuell) kein wirksames Medikament und auch keinen Impfstoff. Ist der eigene Körper oder dessen Immunsystem zu schwach, stirbt die infizierte Person an einem Lungenleiden. Seit diesem 13.03.2020, ist der Corona-Virus das absolut beherrschende Thema. Es werden weltweit Hundertausende, wenn nicht gar Millionen von Todesopfern erwartet...

Das Unheimliche an der ganzen Sache ist, dass dieses Virus unsichtbar, geruch- und geschmacklos und auch sonst nicht wahrnehmbar ist. Wie eine biologische Waffe - ein unsichtbarer Gegner. Es befällt (anscheinend) nahezu alle, wobei viele Gesunde und Junge gar nichts davon mitkriegen oder kaum Krankheitssymptome zeigen (ähnlich einer Grippe). Richtig gefährlich wird es vor allem für ältere Menschen, über 70 Jahre, die sonst schon irgendwie gesundheitlich vorbelastet sind. Da die Übertragung von Mensch zu Mensch, vorwiegend über die Atemorgane, geschieht, ist "Abstand halten" oder "Social Distancing" die Grundregel Nummer Eins. Regelmässiges und gründliches Händewaschen ist genauso hilfreich, wie sich nicht dauernd ins Gesicht zu fassen oder sich nicht mehr per Handschlag oder Wangenküsschen zu begrüssen. Das bedeutet also: Es geht jeden etwas an und jeder trägt eine gewisse Verantwortung, um die Weiterverbreitung zumindest etwas zu verzögern.

Das alles ist sehr tragisch und es ist ziemlich schwierig, mit dieser Situation umzugehen. Plötzlich soll man seine Eltern oder Grosseltern meiden. Besuche im Altersheim oder im Spital sind verboten. Infizierte, welche in Spitälern sterben, werden kremiert, ohne dass Angehörige sie noch einmal sehen und Abschied nehmen können. All das verursacht sehr viel Schmerz und Leid.

Mich persönlich ängstigt die aktuelle Situation nicht. Aber natürlich bin auch ich betroffen. Mein Rikschageschäft steht still, ich soll Freunde meiden und ganz generell stört es mich, wie hier Freiheitsrechte beschnitten werden. Aber ich akzepiere es, weil es eben eine "ausserordenliche Lage" ist und man somit die eigenen Bedürfnisse und Wünsche hinter das Gemeinwohl stellen muss. Für mich bleibt jedoch unbestritten, dass man nach dieser "ausserordentlichen Lage" schon nocheinmal genau hinschauen soll um zu klären, welche Massnahmen nun wirklich legal angeordnet wurden und welche nicht. Ich hoffe auch, dass man aus dieser Situation lernt und sich dadurch auf (ganz sicher) kommende, ähnliche Szenarien vorbereitet.

Aus meiner Sicht ist die Ursache nämlich ziemlich klar. Langsam aber sicher leben zuviele Menschen auf diesem Planeten. Es dürfte kein Zufall sein, dass solche Viren meist aus überbevölkerten Gegenden stammen, wo Hygiene nur minimal wahrgenommen werden kann. Hinzu kommt die extreme Mobilität der Gesellschaft. Durch den Umstand, dass zu "normalen Zeiten" abertausende von Menschen dauernd um den Globus reisen, verbreiten sich Viren und andere Krankheiten rasend schnell. Beide Themen "Überbevölkerung" und "Mobilität" sind jedoch heilige Kühe. Wer in den letzten 20 bis 30 Jahren etwas Kritisches in diese Richtung gesagt oder geschrieben hatte, wurde gleich in die Ecke der Menschenverachter, Wirtschaftskritiker und Verschwörungstheoretiker gestellt. Jetzt erleben wir, dass Wachstum wirklich an Grenzen stösst...

Montag, 30. März 2020

Kaltstart in die Sommerzeit

kalt, aber immerhin recht sonnig
kalt, aber immerhin recht sonnig

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben wir von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Als ich heute Morgen, kurz nach fünf Uhr das Fahrrad aus dem Schuppen nahm und mich auf den Arbeitsweg machte, hat es leicht geschneit. Wobei, Schneeregen wäre wohl die treffendere Beschreibung. Mein Weg führt über einen kleinen Hügel und nur am obersten Punkt, etwa 530m.ü.M. blieb der Schnee auf der Wiese liegen. Darunter schmolz er gleich wieder weg. Sieht so aus, als lässt der Sommer noch etwas auf sich warten. 🤨

Für mich war das der allererste Schnee, den ich in diesem Winter zu sehen bekam. Es hat hier zwar schoneinmal einen oder zwei Tage geschneit, doch da war ich gerade in Sizilien und genoss herrlichen Sonnenschein. Irgendwie ist dieser Winter schon komisch gewesen. An überhaupt keinen Schnee kann ich mich schlicht nicht erinnern. Wenig Schnee schon. Aber gar kein Schnee... Nein, daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Statt Schneefall erlebten wir dafür mehrere Winterstürme mit heftigem Wind und Regen (siehe Bild des letzten Beitrags). Ja, es scheint schon so, dass sich das Klima ändert.

Wie man der obigen Wetterprognose entnehmen kann, werden wir die nächsten paar Nächte die empfindlichen Frühlingsblumen ins Haus nehmen müssen, damit sie nicht dem Frost zum Opfer fallen. Wobei: Grundsätzlich ist kalt und Schnee Ende März, Anfang April, nicht ungewöhnlich. das gibt es immer wieder mal. Ich will deshalb jetzt auch nicht über's Wetter jammern. Es sei nur festgehalten.

Noch so ein Corona-Aufreger. Heute steht in der Zeitung: Das schöne Wetter am Samstag lockte die Schweizerinnen und Schweizer wieder vor die Tür. Das belegen neue Daten aus einem Echtzeit-Handytracking. Aha. Soweit überwacht uns also der Statt bereits. Ist das legal? Natürlich wird gesagt/geschrieben, dass diese Daten anonymisiert erhoben werden und sowieso... in Zeiten des Notrechts ist fast alles erlaubt... vermutlich sollte ich auf meiner nächsten Biketour das Smartphone besser zuhause lassen. 🙄

Ach ja, noch so etwas: Auf der Haupt-Webseite des Schweizerischen Fernsehens gibt es so etwas wie einen Live-Ticker des Corona-Schreckens. "Coronavirus-Infektionen in der Schweiz". Die hier gezeigten Grafiken werden mit wenigen Ausnahmen laufend automatisch mit den neuesten Daten aktualisiert. Achtung Zynismus: Toll: Bald kann man auf die nächsten Toten wetten. Die Sportwettbüros haben derzeit bestimmt Kapazität... *kopfschüttel* Da frage ich mich: Überlegt sich da eigentlich auch jemand, welche Auswirkungen all diese Meldungen auf ängstliche und depressive Menschen haben können?

Samstag, 28. März 2020

Trainingstour

Sturmschäden des letzten Winters
Sturmschäden des letzten Winters

Heute war ich mit zwei Freunden auf eine Trainingstour verabredet. Das Wetter war nocheinmal prächtig und gegen 16° Grad warm. Morgen soll dann der Regen kommen und für Montag ist sogar Schnee bis ins Flachland angesagt...

Über die Trainingsfahrt als solches gibt es nicht viel zu berichten. Wir sind uns bestens bekannte Strecken abgefahren und wie immer in der Gruppe, musste ich etwas schneller fahren und etwas mehr leiden, als wenn ich alleine unterwegs bin.

Erwähnenswert sind vielleicht zwei Dinge. Erstens: Dieses Jahr haben wir noch nie so viele andere Menschen unterwegs angetroffen. Man kriegte das Gefühl, dass alle raus in die Natur wollen. Die Einen um dem Home-Office-Koller und dem "Bleiben Sie zuhause" zu entkommen und die Anderen, weil sie eben auch den Wetterbericht für die kommenden Tage gelesen haben und diesen vorerst letzten sonnigen Tag nutzen wollten. Es war wirklich auffallend und aussergewöhnlich bevölkert...

Zweitens: Derzeit gibt es fast kein anderes Gesprächsthema mehr als das Corona-Virus und alles was damit zusammenhängt. Natürlich ist jeder von uns beruflich wie auch privat in irgend einer Weise betroffen, und natürlich geben auch all die getroffenen politischen Massnahmen zu reden. Trotzdem hat mich das heute etwas genervt. Ich bike und bewege mich auch deshalb gerne in der freien Natur, um mich von den "Alltagsproblemen" etwas abzulenken. Da will ich das unterwegs nicht auch noch durchkauen und mir dadurch den Spass verderben lassen... Na ja, es sind halt ausserordentliche Zeiten... 🙄

Freitag, 27. März 2020

Frühlingsfahrt

Frühlingsboten
Frühlingsboten

Habe heute Nachmittag noch eine Bikerunde gedreht. Wobei... ich war etwa vier Stunden unterwegs und bin davon nur etwas mehr als die Hälfte wirklich gefahren. Ich machte zwei längere Pausen im Sonnenschein und besuchte noch kurz meine Mutter. Es war also mehr aktive Erholung als Training. 😊

Im Gegensatz zu den letzten Tagen war es heute nahezu windstill und mit fast 15° Grad richtig angenehm. Das animierte natürlich dazu, die frühlingshaft erwachende Natur zu geniessen und nicht nur durch sie hindurch zu fahren. Heute sahen das auch ganz viele andere Menschen so, denn für einen Freitagnachmittag war in den Wäldern der Umgebung richtig viel los. Schön war's! Der Tacho sagt: 36 km, 2:06 Std., 510 Hm. A propos GPS: In der Datenauswertung steht unter Anderem: 1 Sprung, 1,42m, 0,32 sec. Airtime. 🤣 Ich lach mich kringelig... 😂

Die Leichtigkeit des Seins

etwas schräg - aber zufrieden
etwas schräg - aber zufrieden

Gestern stolperte ich in der Seitenleiste "Heute... und vor X Jahren" über diesen Blogbeitrag des letzten Jahres. Ich habe ihn erneut gelesen und danach stöberte ich etwas in der Blogkategorie Philosophie herum. Es erscheint mir wichtig, auch in den aktuell komischen "Corona-Virus-Zeiten" Ruhe zu bewahren. Wobei, das schreibe ich jetzt eher in Bezug auf meine Umwelt. Hier, auf dieser Seite der Tastatur, ist gar niemand zuhause... 😊

In den letzten Jahren ist es hier ruhiger geworden, was philosophische und "suchende" Blogartikel anbelangt. (M)ein AHA-Erlebnis stellte sich vor über drei Jahren ein und noch heute denke ich, dass dies einer meiner "wichtigsten" Blogeinträge ist. Damals hat es Klick gemacht und der Schuh hat einfach gepasst! Seither laufe ich weiter und diese Akzeptanz-Schuhe werden immer bequemer. Sie fühlen sich ganz natürlich an und meist merke ich gar nicht, dass ich sie trage... 🙇‍♂️ 🙏

Ganz vereinfacht gesagt, habe ich jeden Glauben und jede Hoffnung verloren und dadurch lebt es sich bedeutend leichter. Das ist überhaupt nicht negativ, man projeziert einfach nicht mehr irgendwelche Gedanken in eine Zukunft (die man sowieso nicht beeinflussen kann). Man akzeptiert/erkennt, dass ALLES -genau so wie es ist- richtig ist!

Aus aktuellem Anlass deshalb die Aussage: "Das Corona-Virus ist." Punkt! Nicht gut/schlecht, positiv/negativ, gefährlich/gehypt, harmlos/Pandemie/Epidemie, you name it... Egal, welche Attribute wir anhängen, es ändert nichts an der Tatsache, dass es IST. Darüber kann man nicht diskutieren. Diskutieren kann man jedoch vortrefflich über alles, was dazu geschrieben, erlassen und gesetzlich bestimmt wird. Das sind nämlich alles nur Meinungen, Geschichten rund um die Tatsache, dass es IST. Und genau da liegt der Hund begraben. Derzeit wird uns vorgegeben, welche Meinung wir zu diesem Thema haben sollen. Kritsche Gegenstimmen werden "politisch korrekt" nicht geduldet, untergraben die Solidarität und fallen gleich unter den Verdacht von "Fake-News". Deshalb sage ich: "Ich habe keine Meinung zum Corona-Virus an sich, aber sehr wohl eine Meinung zu all den politischen Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang gefällt werden."

Wobei... 😁 Hier ist gar niemand zuhause. "Ich", "Beat", ist eine Fiktion, eine imaginäre Person, die es nur in dieser Traumwelt gibt. Auf physischer Ebene ist das einfach ein menschlicher Körper, einer von knapp 8 Milliarden aktuell lebender, menschlicher Körper. Daneben gibt es aber noch ungezählte Trillionen von Tieren, Pflanzen und was-weiss-ich auf dieser Erde. Hinzukommen ungezählte Sterne, Planeten, Sonnensysteme... das alles bin ICH... ungeboren, unsterblich, vor Raum und Zeit, unvorstellbar und unbeschreiblich... 🌈 Wenn dieser Beat-Körper stirbt, geht nichts verloren. Energie kann nur umgewandelt, nicht jedoch aufgebraucht werden. Wovor soll ich mich also fürchten, woran soll ich glauben und was soll ich hoffen? Das ist alles nur ein Gedankenspiel...

Ja. Natürlich erkenne ich Beat-spezifische Muster, Neigungen, Vorlieben, Schwächen und Stärken. Alles was man allgemein als Charakter oder Persönlichkeit bezeichnet. Dieses Körper-/Geist-Gebilde, diese "Action-Figur", ist nun mal ein Teil dieses Traums. Aber sie ist weder der Träumer, noch der Geträumte... Leben ist Bewegung, Veränderung, Wandel, eine Tätigkeit, kein Substantiv!

Wenn einem dieser Gedanken-Schuh passt und man ihn zu tragen beginnt, verliert sehr vieles an Bedeutung und Wichtigkeit (im positiven Sinne). Man merkt immer mehr, was man nicht ist. Denn ein gesundes Auge sieht nie sich selbst sondern immer nur, was anders ist als es selbst. Daran scheitert jede Spiritualität, jede Esoterik, jedes Glaubenssystem und jede Religion. Da wird versucht ein persönliches ich (welches noch nie irgendjemand gefunden hat) in ein überpersönliches, göttliches ich zu transformieren. Ich, also Beat, das Körper-/Geist-Kostrukt, werde nie Erwachen, Erleuchtung finden, mich über dieses menschliche Dasein/Bewusstsein erheben können. Das ist unmöglich! Denn: Dieses "ich" gibt es nicht. Es ist nur eine Fiktion, ein Gedanke. Etwas, das immer zu spät kommt (siehe den verlinkten Beitrag oben). Wie sollte also etwas, was nur fiktiv existiert, jemals an ein Ziel kommen?

Und so werfe ich nun dauernd Ballast ab, materiell und geistig und lebe die "Leichtigkeit des Seins". ALLES ist genau richtig, so wie es ist. Es gibt nichts zu bemängeln. Es kann gar nicht andres sein, sonst wäre es anders. Deshalb jammere ich nicht darüber, dass mich diese "Corona-Pandemie" arbeitslos macht und ich beinahe kein Einkommen mehr generieren kann. Ich fürchte mich auch nicht vor einer Ansteckung und ich entziehe mich dieser ganzen Hysterie. Auch weil ich erkenne: Das bin ich nicht. Es ist eine Erscheinung, die kommt und wieder geht...

Das heisst aber nicht, dass ich leichtfertig handle und mich absichtlich in Gefahr bringe. Und: das würde ich auch niemandem raten. Positiv bleiben und die Sache aussitzen... In diesem Sinne: Bleibt gesund!

Donnerstag, 26. März 2020

GPS-Testrunde

auf dem Heimweg
auf dem Heimweg

Eigentlich hatte ich mir gestern Abend eine Tour für heute zurechtgelegt und auch schon auf das GARMIN 530 geladen, doch heute Morgen telefonierte ich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen und wir vereinbarten ein spontanes Treffen bei ihm zuhause. Um trotzdem das Nachfahren eines vorgeplanten Tracks testen zu können, habe ich mir in Basecamp eine entstprechende Tour zusammengeklickt und dann auf das Gerät geladen.

Ziemlich genau um 12 Uhr bin ich dann losgefahren. Das Wetter war "so-so-la-la". Der Himmel war bedeckt, das Thermometer zeigte 7° Grad und noch immer war da dieser kalte Nord-Ost-Wind. Zum Glück etwas weniger stark als in den letzten Tagen, doch so richtig frühlingshaft und angenehm war es dann doch nicht. Zumindest für eine Biketour war es gut genug und der viele Wind der letzten Tage hat die Böden ganz schön abgetrocknet und Staub war dehalb der einzige Dreck, dem mein Bike ausgesetzt war.

Wie zu erwarten war, habe ich ein paar Mal angehalten um die Darstellung des GPS anzupassen. Das Nachfahren von vorgeplanten Strecken funktioniert für mich nun wie gewohnt. Streckenabweichungen werden spätestens nach etwa 100 Meter per Piepston und Texthinweis gemeldet und deshalb ist es auch nicht nötig, dauernd auf das kleine Display zu schauen. Neu für mich ist, dass bei einer Streckenabweichung ein automatisches Routing einsetzt und man mit grafischen Pfeilen und Textmitteilungen auf den Track zurück navigiert wird. Eigentlich eine schöne Sache. Etwas doof dabei ist, dass das Gerät immer zu dem Punkt zurücknavigieren will, wo man den Track verlassen hat. Es beginnt also immer mit "Bitte wenden!" Wenn man auf dem Display erkennt, dass man kurze Zeit später auch so wieder auf den Track findet und einfach weiter fährt, errechnet die Navigationssoftware immer wieder neue Möglichkeiten, obwohl es das gar nicht braucht. Diese Meldungen hören erst dann auf, wenn man wieder auf dem vorgeplanten Track ist und dann erscheint: "Strecke gefunden". Na ja... kein Problem, sondern ein neues Feature. 🤨

Neu ist auch das ganze Neigungs-/Steigungsgedöns. Zu Beginn einer Steigung wird einem eine Grafik des Anstiegs eingeblendet, die in unterschiedlichen Farben anzeigt, wie steil es ist/wird und wo man sich gerade befindet. Das soll helfen, seine Kräfte entsprechend einzuteilen. Am höchsten Punkt erscheint dann eine Textmeldung: "Kulminationspunkt erreicht". Als ich das zum ersten Mal sah, musste ich lachen. Es war ja klar, denn da wo ich gerade war, von da geht es nur noch bergrunter. Dass nun der Kulminationspunkt erreicht ist, habe ich auch ohne diese Meldung gesehen. Das macht vielleicht Sinn, wenn man wirklich in den Bergen ist und der höchste Punkt der Streckenführung nicht zwangsläufig auch der visuell höchste Punkt ist. Zu Trainigszwecken oder im Wettbewerb mag das auch noch nützlich sein, für mich als Genussbiker sind das aber völlig unnütze Informationen. Deshalb habe ich beim nächsten Halt dass all das Zeugs auch ausgeschaltet. Ganz generell war ich heute eigentlich damit beschäftigt, für mich nicht relevante Anzeigen zu entfernen.

duftender, frischer Bärlauch spriesst in rauen Mengen
duftender, frischer Bärlauch spriesst in rauen Mengen

Grundsätzlich habe ich mich mit der Tastenbedienung angefreundet und vermisse den Touchscreen eigentlich nur beim hinein- und herauszoomen in der Kartenansicht. Mit dem Touchscreen tippt man das Display kurz an und schon werden einem Plus- und Minussymbole angezeigt, die man mit einem kurzen Tippen bedient. Nun drücke ich zuerst oben rechts um ins Menü zu gelangen. Zuoberst ist dann gleich der Punkt "Kartanansicht-Zoom", den ich mit einem weiteren Druck auf die selbe Taste bestätige. Im nächsten Menü erscheint zu oberst der Punkt "Auto-Zoom" und erst an zweiter Stelle "manueller Zoomfaktor". Ich muss also mit einem Druck auf die Taste links/unten einen Menüpunkt nach unten scrollen und mit der Taste rechts/oben bestätigen. Dann werden Plus-Minussymbole eingeblendet, die mit den Tasten auf der linken Geräteseite gesteuert werden. Wenn man die gewünschte Zoomstufe erreicht hat, bestätigt man rechts/oben und verlässt das Menü mit zwei Klicks rechts/unten. Wenn wir nun also annehmen, dass ich zwei Zoomstufen näher heran will, dann tippte ich früher 3x auf den Touchscreen. Nun muss ich insgesamt 9x eine Taste drücken. Das in der richtigen Reihenfolge und an 4 verschiedenen Tasten. Man kann sich gut vorstellen, dass es während der Fahrt im Gelände, so auf die Schnelle, keine gute Idee ist, eine Hand vom Lenker zu nehmen und 9 Tastendrücke vorzunehmen. Dabei muss man ja auch noch aufs Display schauen. Diese Situation kann also schnell gefährlich werden. Ich werde mich mit der "Auto-Zoom"-Funktion noch etwas beschäftigen müssen um genau herauszufinden, wie das funktioniert und ob man das vorkonfigurieren kann.

Natürlich ist auch das Blättern durch die verschiedenen Anzeigen mit der Wischbewegung auf dem Touchscreen einfacher. Doch dazu braucht es jetzt auch nur einen Tastendruck. Zudem blättere ich während der Fahrt recht selten durch die verschiedenen Datenseiten und wenn, dann nur auf einem ruhigen Strassenabschnitt, wo nur wenig Konzentration nötig ist. Der Tacho sagt: 37 km, 2:34 Std., 730 Hm.

Abschliessend noch eine persönliche Betrachtung. Die ganze Entwicklung begann ja mit mechanischen Tachometern. Die ersten konnten nur die gefahrene Distanz errechnen (Anzahl Radumdrehungen x voreingestellter Radumfang). Dann konnten sie zusätzlich analog die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen und das war lange Zeit das Mass aller Dinge. Wie schnell fahre ich a) aktuell und b) im Durchschnitt. Mit diesen Grössen bin ich aufgewachsen und diese zwei "Datenfelder" habe ich bis anhin auch bei vollelektronsichen Tachos oder eben GPS-Geräten an prominenter Stelle, meist auf dem Hauptbildschirm dargestellt. Nun bin ich älter (oder gar alt) geworden und stelle fest, dass mich das kaum mehr interessiert. Berghoch fahre ich entsprechend meiner Tagesform und Leistungsbereitschaft und bergrunter so schnell, wie ich mich noch sicher fühle. Was interessieren mich da effektive Zahlen? Natürlich finde ich nach der Tour die Durchschnittsgeschwindigkeit oder die Höchstgeschwindigkeit interessant. Aber während der Fahrt??? Nö. Unbedeutend! Heute blende ich mir dafür die aktuelle Uhrzeit ein, die mich früher nicht die Bohne interessierte. Heute will ich rasch abschätzen können, wie lange ich noch fahren kann und ob ich noch eine Zusatzschleife einbauen kann oder nicht. So verändert man sich... und ich schätze diese modernen Bordcomputer sehr dafür, dass man die Anzeigen genau auf die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. 👍

Ah ja, noch was: Die Original-GARMIN-Karten sind nicht wirklich schlecht, doch ich werde wohl wieder die OSM-Karten von openMTBmap installieren. Die sind für meine Zwecke einfach besser und sind auch grafisch schöner gemacht. Leider ist das immer ein ziemliches Geknorze, denn GARMIN will nicht unbedingt Open Source Karten auf ihren Geräten und deshalb ist die Konfiguration und Installation auf die Geräte nicht ganz trivial. Dafür werde ich wohl noch etwas Zeit investieren müssen. Na ja, der nächste Regentag wird wohl schneller kommen als das Ende des Corona-Virus-Shut-Downs. Da sollte ich also schon Zeit finden um mich diesem Thema noch anzunehmen.

Mittwoch, 25. März 2020

Garmin 530

ideal im Blickfeld
ideal im Blickfeld

Lange hat es gedauert, doch heute ist endlich mein neues Fahrrad-GPS angekommen. Von Bestellung bis Erhalt sind genau drei Wochen verstrichen. Doch in der Zwischenzeit gab es auch wichtigere Dinge im Leben...

unboxing
unboxing

Meist mache ich mich lustig über sogenannte Unboxing-Videos, in denen die neusten elektronischen Gadgets in allen Details ausgepackt werden. Doch weil das derzeit anscheinend so angesagt ist, habe ich auch zwei Fotos von der Verpackung gemacht. Diese Unboxing-Gedanken haben mich echt dazu verleitet, die Verpackung ganz genau anzusehen und schon dabei stellte ich fest, dass dieses kleine Ding auch wieder viel mehr kann, als ich je gebrauchen werde. Heute muss ja alles vernetzt und über mobile Apps gesteuert und verknüpft sein. Selbst die aktuelle VW-Golf-Werbung spricht nicht über die Fahreigenschaften des neuen Autos sondern darüber, wie "intelligent und vernetzt" es ist... 🙄. Im Falle meines neuen Garmin-Geräts sind Apps von Strava, Taining-Peaks, Best Bike Split und Trailworks bereits vorinstalliert. Deshalb ist es nicht einfach nur ein Fahrrad-GPS sondern ein Performance GPS Cycling Computer with Mapping...

Das beste ist jedoch, dass es speziell für mich gemacht wurde, denn auf der Verpackung steht auch FIRSTBEAT 😎! Wow, was ist denn das? Ich alter Sack musste erstmal googeln um zu merken, dass man damit nicht Musik hören kann, sondern man kriegt dadurch "Fortschrittliche Leistungsanalysen zu Stress, Erholung und Training." ... was es nicht alles gibt... Tja, nur die Stärksten werden überleben und deshalb muss man stets performen und die Leistung steigern. Keinesfalls darf man sich dabei auf sein Körpergefühl verlassen, sondern man braucht umfassende Auswertungen, Grafiken und Diagramme, Vergleichswerte von tausenden anderen Sportlern und was weiss der Geier noch alles. Nur ja nicht stehen bleiben. Immer weiter, immer höher, immer schneller, immer besser. Ein ideales Gerät also für den sich selbst optimierenden Narzisten...

speziell für BEAT
speziell für BEAT

Na ja... man muss ja nicht, wenn man nicht will (Loser-Statement). Ich will damit einfach nur meine gefahrenen Strecken aufzeichnen und natürlich geplante Strecken abfahren. Mehr will ich gar nicht! Aber gehen wir nun endlich einen Schritt weiter: Das Gerät ist ausgepackt und mit USB an den Computer angeschlossen. Bei der Einrichtung stelle ich fest, dass ich zur Datenübertragung gar keine Kabelverbindung benötige. Das Teil kann auch WIFI und ein paar Klicks später übermittelt es die Daten per Wireless-LAN. Nicht nur auf meinen Computer, sondern auch gleich an die Garmin-Connect-Seite. Ganz automatisch. Sobald das Heimnetzwerk erkannt wird, synchronisiert sich das Gerät automatisch. Hmmm. Das will ich eigentlich nicht, weshalb ich WIFI auch gleich wieder deaktiviere.

Natürlich muss man die Firmware des Geräts und die vorinstallierten Karten zuerst einmal updaten/aktualisieren. Das dauert nur etwa 30 Minuten. Mein Vorgänger-GPS brauchte für einen Kartenupdate gerne mal eine Stunde und mehr. Das geht nun deutlich schneller. Dann habe ich auch herausgefunden, wie ich die oben beschriebenen Apps deinstallieren kann. Schwupps - hast la vista, Baby! Nun endlich geht es an die Einrichtung. Ich erstelle dazu vier Profile: Mountainbike (für meine normalen MTB-Fahrten), MTB-Track (für das Nachfahren vorgeplanter Routen), Arbeitsweg (selbstredend) und Strassen-Tour (für meine Ausflüge mit dem KISH). Der Vorteil verschiedener Profile ist, dass man sich dadurch ganz unterschiedliche Anzeigen vorkonfigurieren kann. Wenn ich z.B. auf dem Weg zur Arbeit bin, dann interessiert mich die aktuelle Uhrzeit sehr, während ich bei einer vorgeplanten Tour gerne mal sehe, wie weit bis zum Ziel es noch ist und wieviele Höhenmeter mich bis dahin noch erwarten. Ja, da kann dann schon eine oder zwei Stunden ins Land ziehen, bis man alles (gefunden und) eingerichtet hat. Bei der Fülle von möglichen Anzeigewerten stolpere ich auch über ganz lustige Dinge wie "Airtime", wo gemessen wird, wie lange und wie weit man springt. Das ist nur eines von etwa 20 sogenannt Bike-spezifischen Werten. Aus meiner Sicht alles Dinge, die die Welt nicht braucht. Aber es darf ja auch nur zur Unterhaltung sein...

3x links, 2x unten, 2x rechts
3x links, 2x unten, 2x rechts

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Haptik und manuellen Bedienung des Geräts. Im Vergleich zum teureren 830-Modell hat das 530 keinen Touchscreen (was mein altes 1000 hatte). Aus lauter Gewohnheit tippte ich verschiedentlich auf dem Display herum bis ich merkte, dass ich Tasten drücken muss. Es gibt insgesamt 7 Tasten rund um das Gerät. Zu Beginn ist das etwas verwirrend, doch wenn man es schafft, vier Profile einzurichten, so hat man ziemlich rasch begriffen, was welche Taste macht. Die Menüführung ist GARMIN-gewohnt unübersichtlich und endlos verschachtelt. Zum Glück kannte ich das bereits, sonst wäre ich wohl verzweifelt. Man versteht sehr schnell, weshalb das immer wieder bemängelt wird. Das ist der reinste Irrgarten! Zumal in den letzten Jahren immer nochmehr Funktionen und Daten hinzugekommen sind. Ein echter Wahnsinn! Als Neukunde muss man echt Durchhaltewillen und Nerven aus Stahl haben, sonst schmeisst man das Teil bald in die nächste Ecke. Da versteht man, dass andere auf die Konfiguration per Mobile-App setzen, denn das bietet dann schon mehr Übersicht und auf dem Handy rumspielen machen ja alle gerne...

Für mich persönlich ist ein weiterer Vorteil des "wieder ein GARMIN", dass die Halterungen an meinen Bikes bereits vorhanden sind und die Befestigungsmechanik identisch geblieben ist. Am Lenker sieht das Gerät echt schick aus und schwarzes GPS an schwarzem Lenker und Vorbau passt natürlich super! Das Display ist schon etwas kleiner (2,6"), als ich mir das vom 1000er (3,0") gewohnt war, doch es lässt sich einwandfrei ablesen. Das passt schon. Wenn ich daran denke, dass ich für das aktuelle 530er Gerät 280 Franken bezahlt habe und für das 1000er vor ein paar Jahren ziemlich genau das Doppelte, so will ich überhaupt nicht jammern. Die Auflösung und der Kontrast ist sehr gut, die Software spürbar schneller und wie oben geschrieben, gibt es nocheinmal deutlich mehr Funktionen. Ah, fast vergessen: Das 530er kann z.B. einen elektronischen Kompass anzeigen. Das finde ich sehr schick. Und die längere Akkulaufzeit kann ich -vor allem in den Bikeferien- gut gebrauchen.

Als Letztes habe ich mir eine Tour auf das Gerät geladen und morgen möchte ich die ganze Theorie in einen Praxistest überführen. Ich bin gespannt, ob sich mein eingerichtetes Profil bewährt und wie oft ich anhalten werde um Einstellungen anzupassen. So versuche ich der Corona-Rikscha-Arbeitslosigkeit etwas Positives abzuringen...