Dienstag, 20. Mai 2025
voll ins Gewitter
Nach dem Morgenjob war ich ziemlich müde und deshalb legte ich mich nach dem Mittagessen erst einmal etwas hin und döste eine knappe Stunde. Danach bearbeitete ich ein paar E-Mails und eigentlich war ich überrascht, dass es draussen noch nicht regnete. Laut Wetterbericht sollte es ab ca. 16:00 Uhr regnen, doch nun war es noch nahezu sonnig.
Ich schlich etwas im Bikekeller herum und entschied mich spontan, dass ich mit dem TREK Procaliber noch eine kurze Runde drehen wollte. Also schnell in die Bikekleider geschlüpft und ohne Helm, Rucksack, Werkzeug und Ersatzteile losgefahren. Es war mit 22° Grad angenehm warm und die zunehmende Bewölkung machte mir keine grossen Sorgen. Ich war nicht nur gut gelaunt sondern auch gut motiviert und so entschied ich mich, dass ich doch noch einen Abstecher auf den Irchel mache um dort eine schöne Singletrailabfahrt in Angriff zu nehmen.
Im Anstieg zum Irchelturm nahm ich die immer dunkler werdenden Wolken wahr und schon bald vernahm ich erstes Donnergrollen. Na ja, wird schon noch etwas halten 😏. Keine Schwäche vortäuschen und zügig weiterfahren. Nun merke ich wirklich, dass ich besser in Form bin als in früheren Jahren. Ich erdulde Anstiege nicht nur sondern ich kann nun wirklich wählen, ob ich ambitioniert oder eben gemütlich fahre. Heute war ambitioniert an der Reihe 😉.
Der Wind nahm zu. Ein klares Zeichen dafür, dass sich ein Gewitter nähert. Ich beginne mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich wohl kaum trocken bis nach Hause komme. Das ist nicht wirklich schlimm, doch mein Smartphone will ich nicht gleich ertränken. Beim Irchelturm suche ich in einem Abfalleimer nach etwas Kunststoff und finde eine leere Chips-Verpackung. Darin wickle ich nun mein Smartphone ein und stecke es mir wieder in eine Rückentasche des Trikots. Das passt. Kaum fünf Minuten später fallen schon die ersten Tropfen. Ich bin nun am höchsten Punkt und gleich folgt der angestrebte Wanderweg-Downhill. Also schnell noch ein Foto für den Blog machen und weiterfahren.
Aus vereinzelten Tropfen entwickelt sich nun ganz schnell ein heftiges Gewitter mit richtig starkem Regen. Der Boden ist sofort nass und rutschig, das Regenwasser fliesst natürlich mitten auf dem Weg, ich muss also vorsichtig sein. Die Äste der Bäume werden schwer und nass und hängen quer über den Weg und so dauert es nur ein paar Minuten, bis auch ich durch und durch nass bin. Immer wieder zucken Blitze auf und teilweise donnert es erschreckend nahe. Trotzdem finde ich das ziemlich lustig 😜. Zum Glück habe ich das Bike zuvor nicht geputzt. Der Staub von der Freitagstour ist nun mit Sicherheit weggewaschen 😆.
Unten im Tal komme ich wieder auf asphaltierte Strassen und nun giesst es wie aus Kübeln. Die Strassen sind noch aufgeheizt von der Sonne des Tages und ich spüre die Wärme aufsteigen, was ganz angenehm ist. Mittlerweile sind auch die Schuhe voller Wasser... was für ein Gewitter, was für ein Regen! Es sind nur noch wenige Kilometer bis nach Hause und glücklicherweise friere ich nicht. So ist das kein wirkliches Problem sondern eher ein Abenteuer 😀.
Vor unserem Haus fahre ich direkt zum Aussenwasseranschluss und spritze das dreckige Bike gründlich ab. Auch die Beine und die Schuhe kann ich gleich noch abwaschen, denn nasser kann es nicht mehr werden. Das Bike stelle ich in den Keller, auf dem Kellervorplatz ziehe ich mich aus und lasse alle nassen Kleider liegen. Ich falte die Chipstüte auf und bin beruhigt, dass das Smartphone wirklich trocken geblieben ist. Nun ab unter die warme Dusche 🚿. Boah! So warm! So angenehm! Auch trockene Kleider fühlen sich nun echt luxuriös an 🤗
Dann die nassen Radkleider zusammensuchen und in die Waschmaschine stecken. Die nassen Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen. Ich weiss wirklich nicht, wann es mich das letzte Mal derart verregnet hat... (ja, es war schon absehbar...) 😌 Das GPS sagt: 26 km., 1:37 Std., 520 Hm.
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