(8) Es wird flacher und wärmer.
Wie schon nach Tag (2) und (4), als es jeweils nachmittags regnete, so schien auch heute, nach dem gestrigen Regentag, wieder die Sonne. Das hilft der Moral und lässt einem leichter in die noch nassen Bikeschuhe steigen 🙃. Im Hotel gibt es Kaffee ab acht und Frühstück ab neun Uhr. Wir entscheiden uns also für einen Kaffee um acht und fahren in die nächste Ortschaft, wo wir bei einer Boulangerie frühstücken wollen. Das klappt wunderbar und wir finden auf dem Dorfplatz auch eine schöne Parkbank für Kaffee, Croissant und Paint au Chocolat. Dazu noch etwas in die wärmende Sonne blinzeln und all der gestrige Regen ist vergessen.
Apropos Regen: Dieser scheint meinem GPS nicht wirklich gut bekommen zu sein. Irgendwie weigert es sich heute beharrlich, um irgendwelche Satelliten zu finden. Es hilft letztlich nur ein Reset und somit fehlen der heutigen Aufzeichnung ein paar Startkilometer, was aber auch egal ist. Der Weg führt uns nach dem Frühstück direkt zur Teufelsbrücke (Pont du Diable). Das ist eine Steinbrücke über eine Schlucht auf dem Jakobsweg, zu der es eine Legende mit dem Teufel gibt. Das ist anscheinend eine grosse Sache in der Gegend, denn es gibt grosse Parkplätze und ein eigenes Besucherzentrum. Wir versuchen ein paar tolle Fotos zu machen und fahren weiter westwärts.
Den heutigen Tag wollen wir komplett zu dritt bestreiten, da sich das Landschaftsbild einerseits und die Streckenplanung andererseits doch deutlich von den Vortagen unterscheidet. Wir fahren heute vorwiegend von West nach Ost, entlang von Hügeln und der Offroad-Anteil ist dabei deutlich geringer als an den Vortagen. Wir spüren auch gut, dass wir nun weiter im Süden und weniger hoch über Mehr sind, denn es ist schon bald angenehm warm. Alles in allem also schönes, Easy-Biking und Sightseeing. Nach dem harten gestrigen Tag tut das richtig gut. 👍
Wir passieren verschiedene kleine Ortschaften und kommen gut voran. Schon gegen 16 Uhr treffen wir an unserem Zielort, in Sommières, ein. Hier haben wir ein Appartement gebucht. Das ist insofern fein, als dass wir hier wieder einmal alle Bikekleider in einer Waschmaschine waschen und über Nacht trocknen können. Das Problem ist nur: Wir haben keinen Zugangscode zum Appartement. Es braucht ein paar Telefonate und die Hilfe einer Nachbarin, bis wir endlich die Vermieterin am Apparat haben und diese uns den Zugangscode gibt.
Das nächste Problem: Es gibt keinen Strom. Schon draussen ist uns aufgefallen, dass Elektriker an den Strommasten der Nachbarhäuser herumwerken und als die Vermieterin sagte, dass es schon zwei Tage lang keinen Strom gibt, waren wir etwas geknickt. Wir sprachen mit den Elektrikern und fragten, wann es denn wieder Strom gäbe. «Plus tard.» (Später). Gute Antwort. Meine zwei Kumpels wollten schon eine Hotelalternative ausfindig machen, doch ich entschied mich ruhig zu bleiben und abzuwarten. Ich packte mein Bike ab und begann die Taschen ins Appartement im zweiten Obergeschoss zu tragen. Das Treppenhaus ist eng und später da die Fahrräder hochzuhieven dürfte auch noch eine Herausforderung werden. Wie auch immer. Kaum hatte ich all mein Zeug im Appartement hörte ich draussen Lärm und Applaus. Endlich gab es Strom. Das hat die etwas angeschlagene Stimmung stromstossartig korrigiert 😉, und wir bezogen fix die Räume, füllten die Waschmaschine und trugen die Bikes hoch. Geht doch! Alles wird gut.
Nach all den französischen Top-Mahlzeiten der letzten Woche hatten wir zur Abwechslung alle Lust auf Pasta und Italienisch. In der schönen Innenstadt wurden wir dann auch rasch fündig und betraten gut gelaunt ein entsprechendes Lokal. Hier gab es als Tagesmenü hausgemachte Pasta an einer Steinpilzsauce, deren Pilze der Gastwirt eigenhändig gesucht und getrocknet haben will. Wir wussten nicht, ob er dabei flunkerte, doch wie dem auch sei, wir bestellten und es hat ausgezeichnet geschmeckt 😋. Dann noch etwas durch die Gassen schlendern und zum Abschluss im Appartement zumindest noch das Fotoalbum abfüllen. Dieser eher gemütliche Radtag war genau richtig. Für alle Sinne.
Hier der Link zu der heutigen GPS-Aufzeichnung. Die Fotos im Fotoalbum beginnen ab Bild 360.
















