Um 06:46 Uhr Uhr bestieg ich am Flughafen Zürich den IC81-Zug in Richtung Berner Oberland. Ich musste nie umsteigen und konnte fast zwei Stunden später ganz entspannt am Bahnhof in Thun aussteigen. Im Vorfeld plante ich eine, meist auf asphaltierter Strasse verlaufende, Radrunde um den Thunersee und den Brienzersee. Dabei hatte ich mehrere Grand Tour of Switzerland Foto Spots im Visier.
Es war ein prächtiger Frühlingstag und eine wunderschöne Tour. Die nachfolgenden Bilder vermitteln bestimmt einen guten Eindruck davon.
Folgende Punkte will ich noch erwähnen:
St. Beatus Höhlen. Mein Vorname nimmt Bezug auf den heiligen St. Beatus, der in diesen Höhlen gehaust haben soll. Als Kind wurden wir von den Eltern oft auf Wanderungen mitgenommen, und die Beatus Höhlen blieben mir dabei stets in Erinnerung. Man könnte sogar sagen, dass ich damals eine traumatische Erfahrung machte, die ich nicht mehr vergessen konnte 🙃. Ich war damals vielleicht fünf Jahre alt. Wir waren die letzten Teilnehmer einer Besuchergruppe, und hinter uns ging ein Tour-Begleiter mit einem grossen Schlüsselbund. Beim Eingang war eine schwere, vergitterte Metalltüre, die dieser Tour-Begleiter scheppernd zuknallte und dann mit einem Schlüssel abschloss. Sofort überkam mich panische Angst. Ich war überzeugt, dass wir nun alle in dieser Höhle sterben und nie mehr lebendigen Leibes das Tageslicht sehen werden. Ich schrie wie am Spiess! Ich war noch so jung und wollte noch nicht sterben! ☺️ 😆 🤣 Das ist alles, woran ich mich noch erinnere. Von den Höhlen und der Umgebung ist rein gar nichts in meinem Gedächtnis haften geblieben. Heute nun habe ich mich diesem Trauma gestellt und die Beatus Höhlen noch einmal besucht 😌. Zu meiner Überraschung erkannte ich die besagte Tür sofort wieder. Nach weit über 50 Jahren...
Was den Foto-Spot im Freilichtmuseum Ballenberg anbelangt, so dachte ich mir, dass ich diesen wohl nicht fotografieren könne. Vor ein paar Jahren besuchte ich schon einmal das Freilichtmuseum und nach meiner Erinnerung darf man da nicht Radfahren und zudem war ich auch nicht gewillt, für ein einziges Foto die Eintrittsgebühr von 32 Franken zu bezahlen. Trotzdem fuhr ich zum Eingang West, denn einen Versuch soll es mir wert sein. Am Ticketschalter wollte ich fragen, wo genau dieser Foto-Spot ist, wie ich da hinkomme und ob ich nicht vergünstigt Eintritt erhalte. Zu meiner Überraschung war der Ticketschalter jedoch menschenleer. Hmm 🤔. 12:15 Uhr, vielleicht Mittagspause? Auf der grossen Informationstafel begann ich den Foto-Spot zu suchen, als ich von einer jungen Frau angesprochen und gefragt wurde, ob sie mir helfen könne. Ich erklärte ihr mein Vorhaben und sie gab bereitwillig Auskunft. Ich hätte grosses Glück, denn morgen Donnerstag sei die Jahreseröffnung und ab dann sei Radfahren im Freilichtmuseum generell verboten. Doch heute dürfe ich, ohne Eintritt zu bezahlen, durch den Park fahren und mein Foto aufnehmen. «Halleluja!» Welch glücklicher Zufall! 🙏
Giessbach-Wasserfälle. Diese imposanten Wasserfälle habe ich schon zweimal in Natura gesehen. Erstmals am Gigathlon 2007 und ein Jahr später, am 25. Juli 2008, als ich mit Freunden in Grindelwald Bikeurlaub machte. Heute war ich überrascht, wie viele Touristen zugegen waren. Doch die imposanten Wasserfälle, das historische Grandhotel und der wunderbare Blick über den Brienzersee bieten natürlich viele schöne Fotomotive. Der weitere Streckenverlauf bis nach Interlaken liess dann einige schöne Erinnerungen an den Gigathlon 🚲, vor fast 18 Jahren, wieder aufkommen.
Und zu guter Letzt: Als ich zum Tourende wieder vor dem Bahnhof Thun das GPS durchklickte sah ich, dass die gefahrene Distanz 98,7 Kilometer anzeigt. Das geht gar nicht! Also fuhr ich am Bahnhof vorbei, bis über 100 Kilometer aufgezeichnet wurden 🥳. Später im Zug musste ich darüber lachen, denn mit der Anfahrt zum Bahnhof und der noch folgenden Rückfahrt werden heute ohnehin deutlich über 100 Kilometer erreicht 😉. Das GPS sagt für den ganzen Tag: 116 km, 5:33 Std., 1'310 Hm.