Die stabile Wetterlage verleitete mich dazu, um noch einmal Jagd auf Foto-Spots von der "Grand Tour of Switzerland" zu machen. Dafür musste ich früh aufstehen, denn um 06:09 Uhr startete der Zug nach Fribourg/Freiburg ab dem Bahnhof im Flughafen Zürich/Kloten.
Um 07:57 Uhr erreichte ich Fribourg und am Himmel zeigte sich ein erstes Morgenrot. Es war noch ziemlich frisch und so fuhr ich mit Knielingen und einem Langarmshirt unter dem Trikot los. Schon nach wenigen Kilometern erreichte ich den ersten Foto-Spot.
Die nachfolgenden 20 Kilometer waren leicht wellig und leider immer im kühlen Morgenschatten, denn der Berra-Hügelzug stand der Morgensonne noch deutlich im Weg. Doch die Aussicht war gut, denn rechter Hand konnte man oft auf den (ziemlich leeren) Greyerzersee und das gepflegte Umland blicken. Bald schon kam das nächste Ziel ins Blickfeld: das historische Hügeldorf Gruyères mit dem markanten Schloss. Und Ja, aus dieser Gegend stammt mein Lieblings-Hartkäse 🧀 😋.
Schon auf der Anfahrt zum Ort wird einem klar, dass dies ein Touristen-HotSpot erster Güte ist. Man kommt an mehreren grossen Parkplätzen vorbei, die zu dieser Jahres- und Uhrzeit glücklicherweise noch ziemlich leer sind. Im Ort treffe ich auf eine spanisch sprechende Reisegruppe, die natürlich auch rund um den, von mir avisierten, Foto-Spot tausende von Fotos macht. Ich nehme mir Zeit und sehe dem Treiben gelassen zu. Ich bin hier ja genau so ein Tourist, wie sie 😉 😁. Und der Vorteil ist, dass ich nicht mit Ministativ und Selbstauslöser hantieren muss, sondern sofort jemanden finde, der mich vor dem Schloss fotografiert. Vielen Dank! 🤩
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass mein heutiger Radtag zu einem grossen Teil der Saane entlang flussaufwärts führt (im sogenannten Saanenland). In der Nähe von Chateaux d'Oex wird einem dann auch bewusst, warum das so beliebt und touristisch ist. Ganz einfach, die Gegend ist schlicht bezaubernd 🚵🥰. Vor allem zu dieser Jahreszeit, mit den prächtigen, warmen Herbstfarben. Da vergisst man fast, dass die Strecke eigentlich stetig leicht bergauf führt 😅. Man kann die Szenerie auch wirklich aufnehmen und geniessen, denn als Radfahrer muss man nicht der Hauptstrasse folgen, sondern man benutzt weitgehend die "alte Strasse". Diese ist nahezu verkehrsfrei und somit für Radtouristen wie mich wirklich ideal. 👍
Schon Chateaux d'Oex ist herausgeputzt und touristisch, doch die nachfolgenden Orte, Rougemont, Saanen und Saanenmöser legen immer noch eine Schippe drauf. Bis Rougemont fand ich es einfach bezaubernd schön. Danach wird -meiner Meinung nach- vieles im Geld ertränkt. Gstaad, ein mondäner Wintersportort, färbt auf die Nachbarorte ab und viele ausländische Millionäre haben hier Geld in luxuriöse Villen/Chalets investiert. Das ist unübersehbar und wirkt oftmals unschweizerisch protzig und steril. "It's to much!". So grosse Chalets gibt es üblicherweise gar nicht 😏.
Gstaad selbst lasse ich rechts liegen und mache nur das Foto vom entsprechenden Foto-Spot. Es folgt der letzte Anstieg, via Schönried bis nach Saanenmöser, von wo man ins Simmental gelangt. Von nun an geht es fast 40 Kilometer vorwiegend berg runter 🚲 👍. Man kann die tolle Aussicht geniessen und der regionalen Veloroute 9 folgen. Es ist nun schön warm, alles läuft geschmeidig und locker...
In Zweisimmen wollte ich eigentlich noch einmal einen Kaffeehalt einlegen, doch so im Vorbeifahren konnte ich nichts Passendes finden. Und so stoppe ich wenig später an einer schönen Parkbank, geniesse die tolle Aussicht und gönne mir einen Schokoriegel 🍫 aus dem Gepäck. Auch gut.
Die Schlusskilometer bis nach Spiez fallen nicht mehr schwer und auf den nächsten Zug muss ich auch nicht lange warten. Ich geniesse die fast zweistündige Zugfahrt und sehe mir dabei die aufgenommenen Fotos 📷 durch.
Schön war's! 😍 😎 🤗 🙏
Die Velotour von Fribourg bis nach Spiez war 121 Kilometer lang und dabei galt es ca. 1'500 Höhenmeter zu überwinden. Interessierte können hier meine GPS-Aufzeichnung ansehen. Für den ganzen Tag sagt das GPS: 137 km, 6:26 Std., 1'770 Hm.