hoch auf den Pizol
Nach der letzten Mountainbiketour auf den Pizol sagte ich, dass ich das nie mehr in meinem Leben machen werde. Die schon sehr anstrengende Auffahrt, und vor allem die lange Tragepassage zum Schluss, hat mich damals ein ganzes Stück über meine eigentliche Leistungsgrenze gebracht. Was für eine Schinderei! 🤯 Ich war damals fix und fertig. 🥵
Das klitzekleine Problem: Auf dem Pizol gibt es einen "Grand Tour of Switzerland" Foto-Spot, welcher in meiner Sammlung noch fehlt 🤪. Vor knapp zwei Jahren hat mich das noch nicht so interessiert und deshalb war das damals auch kein Thema. Doch jetzt ... 🧐
Was ich jedoch auch noch in Erinnerung hatte war, dass wir damals jemanden mit einem Geländewagen bei der Pizolhütte gesehen haben. Dieses Fahrzeug muss ja irgendwo hochgefahren sein und deshalb muss es einen fahrbaren Weg auf den Pizol geben. Dadurch könnte ich zumindest die Tragepassage eliminieren. Nach etwas Recherche war bald klar, dass dieser Weg von der Nordseite via Wangs, Furt und Gaffia hochführt. Bis Furt asphaltiert, danach Schotter. O.K. Ich zeichnete also einen Track ab Bahnhof Sargans. Die Eckdaten: 32 Kilometer Strecke und etwas über 1'800 Höhenmeter 😳. Heftig!
Das Höhenprofil lügt nicht. Um mit dem Mountainbike auf den Pizol zu kommen, braucht es eine gewisse Leidensfähigkeit. Ab Wangs (2 km) sind auf 13 Kilometer 1'790 Höhenmeter zu überwinden, was einer durchschnittlichen Steigung von über 13 Prozent entspricht. Für mich heisst das dreieinhalb Stunden immer nur berghoch. Und zwar keuchend berghoch. 😅
Schon die Asphaltstrasse ist so steil, dass ich oft und lange im allerkleinsten Gang fahren muss (30:51). Ganz unerwartet setzt dabei leichter Regen ein, was ich ziemlich angenehm finde, denn es kühlt zumindest meinen nass geschwitzten Körper etwas ab 😏. Kurz nach 10 km, nach etwa zwei Stunden, erreiche ich das Ende der Asphaltstrasse bei Furt und entschliesse mich für einen Halt im einzigen Bergrestaurant. Ich sitze unter einem Sonnen-/Regenschirm auf der Terrasse, genehmige mir ☕ und 🥐 und bin schon beeindruckt von dieser Bergwelt. Vor mir sehe ich den weiteren Streckenverlauf und dabei wird mir klar, dass ich wohl öfter schieben werde. Die Schotterstrasse sieht teils heftig steil aus.
Nicht zögern und nicht zu lange nachdenken! Bezahlen, bedanken und wieder aufsitzen. In der Ruhe liegt die Kraft 😉. Es folgen eineinhalb Stunden gemischtes Fahren und Schieben. Die Anteile halten sich ziemlich die Waage. Immerhin muss man das Bike nirgends tragen 🙃. Während der Schiebepassagen frage ich mich, ob ich das in "meinen besten Zeiten" hätte hochfahren können. Ich denke nicht. So fit war ich wohl noch nie in meinem Leben. Aus heutiger Sicht müsste ich dafür 30 Jahre jünger und 20 Kilogramm leichter sein 😜😂🤣.
Was ich jedoch auch festhalten will ist, dass die tolle Aussicht jederzeit die Mühen des Anstiegs wett macht. Der leichte Regen hat aufgehört und die Sonne setzt sich immer deutlicher durch. Schon bald kann ich die Sonnenbrille 👓 anziehen 😎 und somit ist meine kleine Welt in Ordnung. Dankbar erreiche ich das Hochplateau und blicke nach rechts zur Pizolhütte rüber. Da will ich heute jedoch nicht hin, sondern noch 50 Höhenmeter höher, bis zum Rundum-Aussichtspunkt und dem Foto-Spot.
Die Sicht ist heute wirklich fantastisch. In Richtung Norden kann ich das Rheintal hinunter bis zum hohen Kasten sehen, wo ich vor zwei Wochen war. Mittig sieht man Girenspitz und Alvier und links davon die sieben Churfirsten. Und auch im Süden reihen sich die Berge des Kanton Graubünden dicht an dicht. Man geniesst wirklich ein Traum-Panorama 👍.
Sosehr ich den Aufstieg auf den Pizol fürchte, so sehr freue ich mich auf die kommende Abfahrt. Das ist definitiv etwas vom Besten, was ich mit dem Mountainbike kenne. Dabei fahre ich etwa eine Stunde alles auf Wanderwegen talwärts. Es ist zwar immer steil und steinig, doch selten verblockt und eigentlich nie gefährlich. 99 % fahrbar. Zwischendurch halte ich an, um erneut die tolle Aussicht zu geniessen. Ein Montag ist ideal für diese Tour, denn ich begegne während dieser Stunde genau zwei anderen Menschen/Wanderern. Perfekt!
Im Tal bin ich geflasht! 🤩 😵 Was für ein Spitzenerlebnis! 😁 🏆 👍
Die letzten flachen Kilometer zurück zum Bahnhof Sargans sind pure Entspannung und schon bald sitze ich wieder in einem Zug und lasse mich nach Hause fahren. Danke liebes Schicksal, für diesen nahezu perfekten Biketag 🙏. Für den ganzen Tag sagt das GPS: 62 km, 6:30 Std., 2'230 Hm.


























































