Ich bin kein Mensch, der klare Ziele formuliert und kommuniziert. Ich bin eher so der weiche, unverbindliche Typ, der sich im Stillen etwas vornimmt und anstrebt. Wenn es dann irgendwann zu mühsam oder zu schwierig wird, kann ich das Vorgenommene auch recht einfach wieder loslassen. Das fühlt sich dann auch nicht wirklich super an, doch es ist immer noch besser, als ein kommuniziertes Ziel zu verfehlen 😇.
Was das Velofahren im Jahr 2025 betrifft war mein einzig klar formuliertes Ziel, dass ich die 6'400 Jahreskilometer von 2024 übertreffe. Vorgenommen habe ich mir im Stillen, dass ich einmal die Woche, resp. 52x im Jahr, die Referenzrunde zurücklege und dass ich einmal im Monat, resp. 12x im Jahr, auf die Lägern Hochwacht fahre. Für die Referenzrunde führe ich eine Excel-Tabelle und die Fahrten auf die Lägern begann ich im Blogtitel zu nummerieren. Mit der heutigen Trainingsfahrt sind nun also 11 Fahrten im Jahr 2025 vollbracht und das Ziel rückt in greifbare Nähe.
Velomässig war dieses Jahr schon jetzt unglaublich und aussergewöhnlich gut. Ich kann mir bis zum Jahresende noch alles Genussfahrten leisten und mich an der Schönheit der Tätigkeit erfreuen. Nichts muss mehr. Es ist alles nur noch die Kirsche auf der Torte 🍰. Und noch eine Kirsche 🍒. Und noch eine 🍒…
Wettermässig bescherte uns gestern Donnerstag und heute Freitag ein kleines Zwischenhoch zwar kaltes, doch recht schönes und sonniges Wetter. Nachts war es um die -5° Grad und tagsüber dürfte es auch kaum über +2° Grad geben. Schon am Morgen vertreibt die Sonne die letzten Nebelreste und im Laufe des Nachmittags ziehen dann von Westen neue Wolken auf, die in der kommenden Nacht Regen bringen sollen.
Gegen halb zehn Uhr ist der häusliche Kleinkram erledigt und ich kann mich für die Bike-Trainingsrunde bereit machen. Ich ziehe eine lange, enge Radhose an und darüber eine etwas weitere, dafür winddichte Hose. Um nicht an die Füsse zu frieren lege ich die Heizsohlen 🔥 in die Winterschuhe und klette mir die Akkus über die Fussgelenke. Oben trage ich ein Windstopper-Shirt, ein Langarmshirt und die Winterjacke. Helmunterziehmütze, Helm und lange Fleece-Handschuhe an den Händen. So überstehe ich vier bis fünf Stunden in der Kälte.
Die Kirchglocken schlagen gerade 10x als ich das CANYON Neuron aus dem Bikecave schiebe und die GPS-Aufzeichnung starte. Nun noch das alles entscheidende Bekleidungsteil, die Maui Jim Sonnenbrille 😎, aufsetzen und los geht’s! Tage mit Sonnenbrille sind gute Tage! Auf den ersten Metern klicke ich die Anzeige am GPS durch und siehe da, die Pulsanzeige funktioniert wieder. Die neue Batterie🔋 im Brustgurt wirkt Wunder.
Wieder habe ich ein gutes, rundes Gefühl (wie schon gestern). In den letzten Wochen/Monaten fällt mir alles ziemlich leicht. Ich bin meist gut gelaunt und habe auch keinerlei Motivationsprobleme. Jetzt, so gegen Ende Jahr gesellt sich eine angenehme Lockerheit dazu. In Dankbarkeit radle ich vor mich hin und geniesse jeden Augenblick 🙏. Im Anstieg auf der Nordseite zur Lägern Hochwacht registriere ich ab etwa 650 Metern über Meer zunehmend Schnee ❄️. Für mich ist das sozusagen der erste Schnee des Jahres, denn die paar Flocken, die bei uns auf 440m.ü.M. bisher gefallen sind, sind immer gleich wieder weggeschmolzen. Hier war es nun zunehmend weiss und sehr schön anzusehen.
Wie gewohnt musste ich die letzten 200 Meter den steilen Wanderweg hochschieben, bevor ich dann auf die sonnige und heute menschenleere Aussichtsplattform komme. Wie meist, zeigt sich von hier eine Klasse-Aussicht in Richtung Süden. Das ist jedes Mal ein Genuss. Das ist der wahre Grund, weshalb ich immer wieder hier hin fahre. Mit Mini-Stativ und Selbstauslöser mache ich ein Foto von mir mit Bike auf der Aussichtsplattform und geniesse danach die Sonne auf einer Aussichtsbank. Ich krame einen Riegel und einen Apfel aus dem Rucksack und verpflege mich. Was für ein privilegiertes Leben. Danke! 
Schon bald mache ich mich auf den Rückweg und wie immer, wenn ich mit dem CANYON auf die Lägern fahre, nehme ich bergrunter alle bekannten Singletrails/Wanderwege mit. Oben muss ich noch etwas aufpassen, denn mit Schnee, Frost und etwas Eis ist es stellenweise ziemlich rutschig. Weiter unten bestimmt dann vorwiegend feuchtes Laub das Geschehen, doch alles funktioniert bestens und zaubert mir das, unter Mountainbikern bestens bekannte, Singletrail-Lächeln ins Gesicht 😊.
Ich will diese schöne Ausfahrt nicht unterbrechen und halte deshalb nirgends mehr an. Geistig freue ich mich auf den feinen Kaffee zuhause und das Früchte-Müesli, welches ich mir gleich zubereiten werde. Als ich vor dem Haus anhalte und das GPS stoppe stelle ich fest, dass ich fast die genau gleichen Werte ablese, wie ich sie bei Lägern 6-25 schon gefahren bin. Meine Kleidung hat bei brutto knapp vier Stunden und bei durchschnittlich +2° Grad perfekt funktioniert. Alles super! Das GPS sagt: 53 km., 3:17 Std., 980 Hm.