Sonntag, 9. August 2026
letzte Streetparade
Gestern fand die 33. Streetparade in Zürich statt und weil es mein letzter Sommer als Rikschafahrer ist, wollte ich mich mit der Rikscha noch einmal ins Getümmel wagen und ein paar Franken Einkommen generieren. So war zumindest der Plan.
Rasch war ich von den abertausenden von Menschen überwältigt, vom Lärm, vom Müll, von den dauernden Alarmsirenen der Sanitätsfahrzeuge, von all der Polizei und auch davon, dass sich fast niemand für eine Rikschafahrt interessierte. Obwohl Menschen ohne Ende zugegen waren, war das Interesse bescheiden. Zumindest dann, wenn realisiert wurde, dass dies kein Gratisfahrdienst für Angetrunkene ist, sondern dass eine Fahrt auch etwas kostet. Natürlich gab es vereinzelt Kunden, doch die ertrug ich dann auch nur schwer. Ich mag es nun mal nicht, wenn lauthals gegrölt wird und ich während der Fahrt betatscht werde.
Ich kam mir fremd und fehl am Platz vor. Ja, ich bin zu alt für diesen Scheiss. Ich hätte zuvor hier im Blog meine letzten Erfahrungen nachlesen sollen. Zum Beispiel hier (2022), hier (2019) und vor allem hier (2017). So erwachte ich ziemlich schnell aus meiner romantischen Vorstellung von "ich amüsiere mich ein letztes Mal an der Streetparade und verdiene noch etwas Geld". Denn wirklich amüsiert habe ich mich an diesem Anlass auch in früheren Jahren nicht. Es war zwar lohnend, doch immer ein anstrengendes und anspruchsvolles Unterfangen.
Gestern war ich schlicht nicht bereit dafür. Schon bald entschied ich mich die Segel zu streichen und nach Hause zu gehen. Noch war ich heil und ohne Plattfuss an der Rikscha. Das ist nicht meine Welt. Zudem stelle ich fest, dass ich mit dem Rikscha-Job nun auch schon weitgehend abgeschlossen habe und deshalb war es eine blöde Idee, überhaupt an einer solchen Grossveranstaltung teilzunehmen. Das wurde mir klargemacht.
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