Montag, 10. März 2025
Nicht verstanden
Heute bin ich eher zufällig über diesen Video-Beitrag von vor 8 Jahren gestolpert. Noch immer spüre ich Bewunderung für das was gesagt wird, doch ich selbst bin noch immer gefangen in der Dualität, in diesem Spiel von "ich" und alles um mich herum. Der wohl am meisten gesagte Satz von all denen, bei denen es nicht "Klick" gemacht hat, könnte auch von mir stammen: "Ich habe es intellektuell verstanden doch es entspricht nicht meiner Erfahrung" 😁 🙄 😆 🤣.
Natürlich nicht. Wie könnte es denn auch, wenn es kein "ich" gibt? Wie sagt Kenneth Madden so schön? "There is no room for you!"
Ich war mein ganzes Leben lang ein Sinn-Sucher, bis ich vor vielleicht fünf Jahren aufgegeben habe. Erleuchtung scheint nicht in meinem Lebensplan zu stehen. Es ist mir nicht gegeben um aus dieser Individualitätsfalle herauszufinden. Ich kann nicht anders als mein Leben durch meinen Körper zu leben, die Welt durch meine Augen zu sehen und durch meine Ohren zu hören. Auch wenn alles Eins ist und es nichts anderes gibt als "This", so nehme ich doch auch dieses "This" ausschliesslich durch meine Sinne wahr. Ohne Sinneseindrücke keine Welt und auch kein "ich". Dann bleibt nur noch "Nichts" und genau das ist eben un-erfahrbar. Das wurde zu meiner freud- und sinnlosen Non-Duality-Wüste, die mir eben irgendwann zu öde wurde und ich die Suche (oder das Streben nach Erleuchtung) aufgab.
All diese Sinnsucherjahre haben mir einiges an Lebensfreude geraubt und mich dazu gebracht, dass ich mich selber zurücksetzte. Weil ich es nicht verstehe. Weil ich nicht wert bin, es zu verstehen. Weil "ich" und Individualität per se falsch sind, da nur fiktiv und eingebildet. "There is only this!"
In den letzten Jahren habe ich viel von diesem Gedankengut verloren oder vergessen. Der Unfall 2023 und die Lungenembolie Anfang 2024 haben mir meine Körperlichkeit deutlich vor Augen geführt. Meine diesseitige Welt gibt es nur solange ich körperlich lebe und wie wiederholt schon festgestellt ist dies endlich und absehbar. Ich bin mir und meinem freudigen Erleben dieses diesseitigen Daseins genügend lange im Weg gestanden. Die letzten 20, 30, oder x Jahre will ich "mein" Leben feiern und auskosten. Deshalb wählte ich für dieses Jahr das Motto: "Ich will mehr Lametta!" Es soll Spass machen. Mir und meinen Mitmenschen. Solange es noch geht.
Noch habe ich gute Voraussetzungen, denn von den körperlichen Beeinträchtigungen habe ich mich bestens erholt. Heute fühle ich mich körperlich gesund und geistig stabil. Die Erleuchtung habe ich abgeschrieben. Wird halt nichts mit Nirwana. Dafür brauche ich wohl noch ein paar Wiedergeburten... 😉
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