Tu es nicht!
Ich tracke nahezu jeden gefahrenen Velokilometer per GPS und übertrage diese Daten in eine lokale Software und online auf Garmin-Connect. An beiden Orten füge ich jeweils manuell das benutzte Fahrrad hinzu, damit ich das später gesondert auswerten kann. In der lokalen Software erfasse ich auch meine Spaziergänge, die ich mit einer Schrittzähler-App aufzeichne. Daraus ergeben sich in Summe meine Wochen-, Monats- und Jahresstatistiken. Zusätzlich führe ich noch eine Excel-Tabelle, in der alle Referenzrunden mit deren Zwischenzeiten eingetragen werden.
Seit geraumer Zeit kommen weitere Aktivitäten hinzu, die bis jetzt unter dem Radar fliegen und die ich auch gerne irgendwo dokumentiert hätte.
- "dead hang" wann und wie lange?
- "deep squad" oder tiefe Kniebeugen. Wann und wie viele?
- "Thai Chi Workout" wann und wie lange?
- "Radio Taiso" wann und welche Variante?
- Anderes, wie z.B. Kopfstand, Liegestütze, Atemübungen, Yoga-Asanas, Meditationsversuche etc.
Vor ein paar Wochen bin ich auf YouTube eher zufällig über ein Video gestolpert, in dem ein junger Typ eine Online-Excel-Tabelle erklärt hat, in dem er alle seine guten Taten und Gewohnheiten protokolliert, um so seine Motivation hochzuhalten. Ich fand das ziemlich smart und seither geistert mir das immer wieder im Kopf herum. Das übt schon einen gewissen Reiz auf mich aus.
Die Killerfrage ist dann jeweils: Wozu brauche ich das? Und was wäre denn der konkrete Nutzen? Benötige ich so etwas für eine Zielerreichung? Für welches Ziel denn? Oder ist das letztendlich auch nur wieder eine geistige Selbstbefriedigung, um sich selbst vor Augen zu führen, was für ein toller Hecht man doch ist? Das frisst auch nur wieder Zeit, in der ich nicht präsent bin, sondern der Vergangenheit nachhänge.
Denn eines ist vollkommen klar: Ausser mir interessiert das keinen anderen Menschen. Damit gewinne ich keinen Oskar und niemand klopft mir dafür auf die Schultern. Und einen effektiven Nutzen hat das für mich auch nicht wirklich. Also: Vergiss es und tu es nicht!

