(11) les Gorges de l'Ardèche
Wieder fühlte ich mich morgens ziemlich schlecht und deshalb entschieden wir nach dem Frühstück, dass wir anstatt der Offroad-Version rechtsseitig der Ardèche, lieber auf der sich linksseitig befindenden Strasse bleiben. Das war zweifellos die richtige Entscheidung und hat uns somit auch an zahlreiche, eigens hergerichtete Aussichtspunkte geführt, von wo man herrliche Tiefblicke in die Schluchten der Ardèche geniessen konnte. Wir profitierten ausserdem davon, dass es zu dieser Jahreszeit und wochentags nur sehr wenig Verkehr gibt und wir so fast ungestört den Tag geniessen konnten.
Die Natur ist hier wirklich einmalig und überwältigend. Ich hatte zu vor noch nie ein so ausgedehntes Gebiet von Schluchten und Höhlen gesehen und so machte ich (trotz meines flauen Magens) doch einige Bilder (sie im Fotoalbum). Man fährt also über 30 Kilometer diesen Schluchten entlang, es geht immer wieder berghoch und bergrunter und auf fast jeder Anhöhe geniesst man eine neue, sensationelle Aussicht ins Tal und die geschwungen dahinfliessende Ardèche. So quasi als Krönung dieses Naturspektakels folgt dann der «Pont d’Arc», ein steinerner Felsbogen, durch den sich die Ardéche über die Jahrtausende den Weg gebahnt hat. Super eindrücklich, super malerisch und natürlich ein riesiger Touristen-Hotspot, der mit entsprechenden Parkplätzen, Restaurants, Bars und Kanu-Verleihs auch entsprechend genutzt wird.
Wir fahren noch wenige Kilometer bis «Vallon Pont d’Arc» und kehren da in einer Strassenbar für ein Süssgetränk ein. Dabei betrachten wir die gemachten Fotos auf unseren Smartphones und schicken erste Bilder nach Hause. Noch immer haben wir Fleisch und Käse im Proviant und so suchen wir uns ausserhalb der Ortschaft ein ruhiges Mittagsplätzchen, wo wir die wärmende Sonne geniessen.
Kurz darauf folgen Schotterstrassen, Wanderwege und bald schon ein Abenteuer-Trail bei dem es einen kleinen Wasserfall zu überqueren gilt. Da will ich natürlich Fotos machen, kann jedoch mein Smartphone nicht finden. Mist! Wo ist das blos? Ich bitte Jürg darauf anzurufen, doch wir können kein Klingeln hören. Weder trage ich es auf mir, noch ist es irgendwo an meinem Bike. Ich muss es wohl in der Bar in Vallon d’Arc liegen gelassen haben. Auch das noch.
Wir besprechen die Lage und Remy bietet an, mit seinem E-Bike auf der Strasse zurückzufahren, während wir hier warten sollen. Das erscheint uns die praktikabelste Lösung. Jürg und ich finden eine einsame Bushaltestelle mit Bank, wo wir uns im Schatten hinsetzen. Eine Fliege umschwirrt uns… Wir spielen die Eingangsszene von «Spiel mit das Lied vom Tod» nach. Wir sind zwei der drei Desperados, die am Bahnhof auf Charles Bronson warten. Einer der Beiden spielt mit seinem Revolver und während dem, landet eine Fliege auf seiner stoppligen Backe. Rasch drückt er sich den Lauf des Revolvers auf die Backe und fängt so die Fliege (episch). Später kommt Charles Bronson per Zug an und in der nachfolgenden Diskussion sind die zwei wichtigsten Sätze: Desperado: «Wir haben ein Pferd zu wenig». Darauf Charles Bronson «Nein. Zwei zu viel». Er zieht, schiesst und die drei Desperados beissen spektakulär in den Staub… was für ein Klassiker!
Wir lachen. Es verkürzt uns die Wartezeit und schon bald taucht auch Remy mit meinem Smartphone in der Hand wieder auf. Der Wirt hätte ihm von Weitem schon zugewunken und das Smartphone gebracht. Sehr gut. Danke Remy für Deinen Einsatz! So geht diese Geschichte wenigstens gut aus. Wir entscheiden, die weiteren Kilometer bis nach Aubenas der Strasse und ausgeschilderten Radwegen zu folgen. Wir hatten alle keine grosse Lust auf Abenteuer mehr und so nahmen wir das Reststück eher gemütlich unter die Räder.
In Aubenas übernachteten wir in einem Ibis Budget Hotel, was so eigentlich nicht geplant war. Doch das vorgebuchte Appartement in der Altstadt hat unsere Reservation zwei Tage zuvor storniert, und das Ibis Hotel war die einzig vernünftige und zahlbare Alternative. Es war dann genau so, wie erwartet. Computergesteuert, schlicht, funktional, doch sauber und korrekt. Halt einfach ein ziemlicher Kontrast zu dem feinen Hotel von letzter Nacht.
Mit einem Taxi fuhren wir später in die Altstadt von Aubenas, wo wir am zentralen Platz ein schönes Restaurant fanden, wo wir gut essen konnten. Auch das war wieder ein super interessanter und landschaftlich aussergewöhnlicher Tag. Wenn sich nur mein Magen etwas beruhigen würde…
Hier der Link zu der heutigen GPS-Aufzeichnung. Die Fotos im Fotoalbum beginnen ab Bild 457.




















