wie viel darf es denn sein?
In den letzten Tagen investierte ich viel Zeit in die Routen- und Tagesplanung der "Ardèche et Cévennes Tour 2026". Die Route steht weitgehend fest, doch mit der Tagesplanung tue ich mich noch schwer. Wir werden uns in einer ziemlich dünn besiedelten Gegend bewegen und da jeweils geeignete Unterkünfte zu finden ist herausfordernd. In einem ersten Wurf konnte ich 12 Tagesetappen zwischen 40 und 60 Kilometer definieren. Da es doch recht hügelig ist, gibt es dabei fast keinen Tag unter 1'200 Höhenmeter. Die Etappenlänge ist also ähnlich wie in diesem Frühling in der Provence, doch es wird bergiger/steiler werden.
Als wir das am letzten Donnerstag ein erstes Mal besprachen, kam berechtigterweise der Punkt auf, dass wir im Frühling oft sehr früh am Ziel waren und wir deshalb manchmal unser Zimmer/B&B/Appartement noch nicht beziehen konnten. Stimmt. Und ja, ich würde auch gerne mehr fahren und die Tage voll auskosten. Doch was ist denn realistisch?
In einem zweiten Wurf versuchte ich deshalb längere Tagesetappen zu planen. In coupiertem Gelände bedeutet mehr Strecke aber auch zwangsläufig mehr Höhenmeter. Und packen wir alten Säcke wirklich noch mehrere Tage hintereinander mehr als 1'500 Höhenmeter? Hmmm... 🤔 Schwierig zu beurteilen. Ich brauche mehr Daten... die habe ich ja, ich muss sie nur zusammensuchen und vergleichen. Also konsolidiere ich die aufgezeichneten Tourdaten der Reisen von 2019 (Rom-Genua), 2020 (Sizilien), 2025 (Provence) und einiger anderer anstrengender Touren, die mir noch so in den Sinn kommen. Ich packe alles in eine Excel-Tabelle und versuche daraus Schlüsse zu ziehen.
Die wohl spannendste Frage die es zu beantworten gilt ist: Wie definiere ich die Anstrengung einer Tour? Einfach geantwortet: Je langsamer der gefahrene Schnitt, desto steiler/anstrengender die gefahrene Strecke. Rückblickend war Sizilien wohl am anspruchsvollsten. Dort lag der gefahrene Schnitt bei 13,4 km/h. Gefolgt von der Provence mit 14,0 km/h und Rom-Genua mit 14,3 km/h. Ist das so einfach? Vielleicht liefert die Frage, wie viele Höhenmeter musste im Schnitt pro Kilometer überwunden werden, bessere Ergebnisse. Auch hier liegt Sizilien wieder vorne, mit 21. Dann folgt diesmal Rom-Genua mit 17 und die Provence mit 16 Höhenmeter pro Kilometer. Wenn ich die aktuellen Planungsdaten anschaue, so komme ich für die Ardèche et Cévennes Tour auf 22 Höhenmeter pro Kilometer. Ups, klingt wirklich anspruchsvoll.
Dann ist nicht nur die gefahrene Zeit wichtig sondern es gilt auch herauszufinden, wie lange man jeweils Pausen einlegte. Nur so kann man in etwa die Ankunftszeit am Ziel berechnen. Natürlich hängt das auch davon ab, was man unterwegs besichtigt und deshalb verwundert es nicht, dass auch hier Sizilien wieder vorne liegt, denn dort war die Zeit in Bewegung nur 53% der gesamthaft aufgezeichneten Zeit. Bei Rom-Genua waren es 55% und in der Provence 61%.
O.K. Damit lässt sich was anfangen.
Weil die zu überwindenden Höhenmeter pro Kilometer nahezu gleich sind wie damals in Sizilien (22 zu 21) rechne ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 13.3 km/h. Ich schätze, dass es ähnlich viel zu sehen gibt wie in der Provence, also kalkuliere zusätzliche 40% Zeit für Pausen, Verpflegung, Pannen und Besichtigungen ein. So ergibt das folgende Formel: Tageskilometer geteilt durch 13,3 km/h, geteilt durch 60 mal 100 gleich benötigte Gesamtzeit.
Eine 50 km Tour braucht demzufolge total 6:16 Std. 60 km = 7:31 Std. 70km = 8:46 Std. 80 km = 10:02 Std. Wenn man morgens also um 09:30 Uhr startet, wird eine 80 km Tour eher unrealistisch, da man dann erst um 19:32 Uhr bei der Unterkunft am Ziel ankommt. Bei 70 Kilometern wird es 18:16, was noch o.k. ist. Meine neue Planungszielgrösse sind also Tagesetappen zwischen 55 und allerhöchstens 75 Kilometer. Also gilt es wieder neue Unterkünfte zu suchen...























