Montag, 25. April 2022
Montag, 7. März 2022
Götzendämmerung
Auszug aus der heutigen Pressekonferenz des chinesischen Aussenministers Wang Yi:
«Egal, wie tückisch der internationale Sturm ist, China und Russland werden ihre strategische Entschlossenheit aufrechterhalten und die umfassende kooperative Partnerschaft in der neuen Ära vorantreiben»
...
«Die Freundschaft zwischen beiden Völkern ist felsenfest.»
Was soll man dazu noch sagen? China billigt also den Angriffskrieg Russlands auf den unabhängigen Staat Ukraine. Das könnte ja eine Vorlage sein für eine Einverleibung von Taiwan ins chinesische Reich. Ausserdem ist Chinas Wirtschaft energiehungrig und braucht Öl und Gas, welches Russland im grossen Stil liefern kann.
Man kann es drehen und wenden wie man will. Man kommt immer auf die zwei gleichen Kriegsgründe:
- Geld (= wirtschaftliche Macht)
- Religion (= menschliche/seelische Macht)
Das ist schon seit der Steinzeit so und die Menschheit (oder die politische Führung) scheint sich nicht von diesem Verhaltensmuster abbringen zu lassen. Letztendlich geht es immer um Macht. Nicht um Menschlichkeit, nicht um Nachhaltigkeit und auch nicht um das Wohl der Völker, die durch diese Machthaber "vetreten" werden. Die politische Führung ist weitestgehend lernresitent. Und das gilt nicht nur für China und Russland, sondern eigentlich für alle Länder auf dieser Welt. Es scheint also menschlich... 🙄
Und deshalb sehe ich die Zukunft der Menschheit eher düster. Solange wir unser Wertesystem nicht anpassen/verbessern, werden wir z.B. den Klimawandel NIE in den Griff bekommen. Das sind alles nur Lippenbekenntnisse und das sieht man beispielhaft auch in einem anderen Artikel der heutigen Zeitung. Unter dem Titel "Klimapleite in der Corona-Kriese" liest man unter anderem:
Das Bündnis der mächtigsten Wirtschaftsnationen, die G-20, hatte ein riesiges Förderpaket geschnürt, um die Rezession durch die Covid-19-Pandemie abzufedern. Mindestens 14 Billionen Dollar flossen in Wiederaufbauprogramme oder sind budgetiert seit Ausbruch der Pandemie. Nur 6 Prozent – etwa 860 Milliarden – der Fördergelder der G-20-Staaten wurden in Programme investiert, welche die Emissionen der Treibhausgase reduzierten.
Noch Fragen? Zumal das Thema Klimawandel ja eigentlich altbekannt ist (nicht erst seit Greta Thunberg). Ich verweise hier nur mal exemplarisch auf einen Blogbeitrag aus dem Jahr 2007, also vor über 15 Jahren. Wenn selbst mir Dumpfbacke schon seit über 30 Jahren einleuchtet, dass wir -als Menschheit- unser Verhalten ändern und anpassen müssen, so sollte diese Erkenntnis doch mittlerweise selbstverständliches Allgemeingut sein und dann sollten auch Politiker in der Lage sein, solche Zusammenhänge zu verstehen. Aber Nein, man folgt immer nur der Spur des Geldes und der Macht... es ist so traurig (und so langweilig). ☹
So quasi mikroökonomisch habe ich Änderungen in meinem Leben vorgenommen. Ich habe meinen IT-Job an den Nagel gehängt, da ich dort mein Geld mit Vernetzungsprojekten in Billiglohnländer verdient habe. Ich wählte eine menschlich wertvolle Tätigkeit, die keine grossen Ressourcen verbraucht, verkaufte mein Auto und etablierte Fahrräder als mein Hauptverkehrsmittel. In einigen Bereichen betrieb ich downsizing für ein beseres Gewissen. In anderen Bereichen bin ich nach wie vor schlecht, doch ich bin ja auch kein Heiliger, sondern nur ein kleiner Durchschnittsbürger. Und trotzdem habe ich es manchmal satt, dass mich Mitmenschen als Gutmensch, Naivling und Träumer belächeln... ich sehe es einfach als ein kleines bisschen Konsequenz. Mit der Hoffnung im Hintergrund, dass viele Kleine auch Grosses bewirken können.
Doch genau dieser Glaube kommt mir momentan abhanden. Wenn die Grossen nicht wollen, können sich die Kleinen noch lange abstrampeln. Es wird sich doch nichts ändern. Denn die Spielregeln bestimmen die Mächtigen und Demokratie ist meist oft nicht viel mehr als eine Legitimierungsmaschine, eine Mitsprachemöglichkeit aber kein Recht auf Mitbestimmung. Die wichtigen Themen werden in kleinen Machtzirkeln festgelegt. Darüber lässt man Völker oder Bürger nicht abstimmen. Ihnen wirft man unwichtige Themen/Krumen vor, damit sie beruhigt sind und sich wichtig fühlen. Ich bin überzeugt, dass weder eine Mehrheit von Russen noch von Ukrainern einen Krieg wollten. Und ich bin genauso überzeugt, dass die Mehrheit der Bevölkerung der G20-Länder mehr als 6 Prozent der 14 Billionen Dollar in klimafreundliche/-schonende Technologie investiert hätte. Es spielt also nicht wirklich eine Rolle wie man die Staatsform nennt, letztendlich bestimmt ein kleiner Machtzirkel und nicht das Volk oder die Bürger*innen.
Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt weiss, dass ich ein grosser Fan von "totaler Akzeptanz" bin. Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass die Dinge richtig sind, genau so, wie sie sind. Sie können gar nicht anders sein als sie sind (denn sonst wären sie anders). Ich weiss auch, dass nichts einen tieferen/inheränten Sinn hat. Alles ist wertneutral und wir geben den Dingen und Sachverhalten erst ihren Wert/Sinn.... denke ich... aber Krieg, Mord und Totschlag... kann man das wertneutral betrachten? Kann man sagen, dass es so sein muss, weil es nicht anders sein kann? Kann man das einfach hinnehmen ohne inneren Widerstand und das Gefühl, es müsste anders sein?
Vermutlich braucht es einen Kniff... wieder eine Rückbesinnung auf sich selbst. Ich finde diesen Krieg nicht gut und muss ihn auch nicht gutheissen. Ich darf mich aber nicht mit Ablehnung, Gefühlen und Ängsten identifizieren. Ich kann mein persönliches Verhalten entsprechend anpassen und z.B. Produkte aus Russland und China meiden und so diese Länder nicht auch noch unterstützen. Ich kann für Ukraine-Hilfe Geld spenden. Solange ich persönlich nicht von diesem Krieg betroffen bin, kann/muss ich nicht mehr unternehmen. Sollte der Krieg näher kommen und mich direkt betreffen, dann ist es Zeit für andere Entscheidungen.
Es ist wahrlich eine schwierige Zeit. Geopolitisch aber auch persönlich...
Montag, 28. Februar 2022
angemessene Reaktion
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die unverholene Androhung des Einsatzes von Nuklearwaffen, falls sich andere Staaten (oder die NATO) aktiv einmischen, lässt einem einfach nur sprachlos zurück. Es ist einerseits surreal, andererseits jedoch brutale Realität. Man muss ersteinmal schlucken und sich dann überlegen, wie reagiert man auf so etwas?
Natürlich ist das in erster Linie Machtpolitik und deshalb liegt derzeit auch eine riesige Verantwortung auf den Schultern der führenden Politiker. Man ergreift Massnahmen und Sanktionen. Immer mit der Idee, den Gegner zu schwächen und zur Einsicht zu bringen, dass man besser miteinander redet und eine friedliche Lösung sucht, als dass dieser Krieg immer weiter eskaliert und dabei immer mehr Menschen ihre Existenz und ihr Leben verlieren. Das Schwierige dabei ist, dass durch die Ereignisse der letzten Tage ziemlich klar geworden ist, dass der Herr Putin eben nicht mehr reden, sondern Fakten schaffen will. Und wenn man ihn nun durch Sanktionen weiter in die Enge drängt, dann... könnte er womöglich ohne Rücksicht auf Verluste wild um sich schlagen. Und das würde dann für die ganze Welt brandgefährlich. Das ist aktuell die politische -und die derzeit wichtige- Situation.
Aber auf persönlicher Ebene berührt mich die aktuelle Lage halt auch massiv. Stark vereinfacht gesagt, bezeichne ich mich als Pazifist. Ich leistete keinen Militärdienst, hatte noch nie eine echte Waffe in der Hand und könnte -rein gesinnungsmässig- nie auf andere Menschen schiessen. Doch Hand aufs Herz: Was würde ich persönlich jetzt tun, wenn ich in der Ukraine leben würde? Mit der weissen Fahne in der Hand auf den Feind zugehen? Ihn umarmen und sagen: "Hey, lass uns Freunde sein."? Und falls ich das überleben würde, möchte ich danach in einer Gesinnungsdiktatur leben?
Oder würde ich so schnell wie möglich flüchten und versuchen mich in Sicherheit zu bringen? Ist das feige oder klug? Und wie sehe ich das in Bezug auf Familie und Freunde? Wäre es nicht ehrenhafter, sich zu bewaffnen und für sich, seine Familie, seine Freunde und sein Land zu kämpfen? Boah... das ist so schwierig. Noch vor einer Woche hätte ich gesagt, dass ich nie für so etwas Abstraktes wie "mein Land" jemand anderem Gewalt antun würde. Aber was soll man denn gegen "das Böse" tun? Tut man nichts, verliert man zwangsläufig und irgendwodurch würde man durch sein Nicht-Handeln die ganze Sache auch noch legitimieren. Man hat sich ja nicht dagegen gewehrt...
Das macht mir echt zu schaffen. Ich weiss nicht, was ich tun würde. Ich dachte, ich sei einer der Guten, doch vermutlich bin ich einfach ein Feigling und würde mich vorerst möglichst ruhig verhalten, ducken, abwarten und möglichst wenig Risiken eingehen. Die Hoffnung (auf die Politik) stirbt zuletzt. Doch so gewinnt man vermutlich keinen Krieg...
Seit meiner Jugend ist einer meiner Lieblingssprüche: "Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!" Heute zeigt sich ganz brutal, wie naiv das ist. "Die Bösen" gehen hin und kennen keine Gnade. Wenn "die Guten" immer nur zurückweichen und die andere Wange hinhalten, bleibt nichts mehr für sie übrig... Und so sitze ich im Moment ziemlich desillusioniert vor meiner Tastatur und frage mich: "Was ist -ganz persönlich- die angemessene Reaktion?"
Donnerstag, 24. Februar 2022
Irre an der Macht
Das "stabile Genie" (Donald Trump) ist zum Glück nicht mehr Präsident der USA, dennoch ist die Ansammlung der Irren in Regierungspositionen nach wie vor beachtlich. Sei es nun der eher ulkige Boris Johnson in Grossbrittanien, der Rechtsaussen Viktor Orban in Ungarn, der korrupte Jair Bolsonaro in Brasilien, der völlig weltfremde Kim Jong-Un in Nordkorea, der blutrünstige Rodrigo Duterte auf den Philippinen, oder, oder... diese Liste lässt sich leider noch lange fortsetzen. An die obersten Machtpositionen kommen nicht die Vernünftigsten und Qualifiziertesten, sondern die abgezocktesten Manipulierer.
Einer der ganz grossen Irrläufer in dieser Gilde ist der Gott Präsident der russischen Föderation, Wladimir Putin. Nachdem er in den vergangenen Wochen grosse Truppenverbände an der Grenze zu der Ukraine zusammenzog, eröffnete er heute einen neuen Krieg. Er wolle "den Völkermord an der russisch-stämmigen Bevölkerung in der Ost-Ukraine ein Ende setzen und deshalb befehle er der Armee, die Unterdrückten zu befreien". Geht es noch verdrehter? Kann man noch mehr lügen und die eigenen Absichten verschleiern? Macht man so einen Aggressor/Kriegstreiber zum Befreier? 🙄
Wir stehen also am Anfang eines ?Krieges? an der Grenze zu Europa. Noch ist völlig unklar wie das weitergeht und welche Dimension das erreichen wird. Aber natürlich, man ist aufgeschreckt und fragt sich erstens, was das soll und zweitens, wie man darauf "angemessen" reagieren soll/muss. Als kleiner Blogschreiber, der glücklicherweise noch ein paar tausend Kilometer vom Geschehen wegsitzt, wünsche ich einfach, dass sich die Situation rasch beruhigt und dies nicht zu einem unkontrollierbaren und wirklich grossen Krieg ausartet.
Eigentlich dachte ich, dass militärische Kriege mit Panzern, Raketen und Gewehren ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend ist. Moderner ist doch Infiltration, Destabilisierung, Cyber-Angriffe und gezielte Tötungen. So kann man ohne grosses Blutvergiessen Länder zu Fall bringen. Dass nun wieder territorialer Raumgewinn, mit Brandschatzen, Vertreiben und Töten angewendet wird, überrascht und erschüttert mich. Wo ist blos die Menschlichkeit geblieben?
Doch wie meine Einleitung schon andeutet, haben wir (also Gesellschaften und Länder) ein grösseres Problem. Wie kann man fähige Menschen in führende Positionen bringen und die Schönschwätzer, Populisten und Strippenzieher zurückbinden? Halbwegs vernünftige Menschen wenden sich doch spätestens auf halbem Weg an die Spitze angewidert ab. Und das ist dann die Chance für diese selbstverliebten Irrläufer. Es ist ein Drama...
Dienstag, 22. Februar 2022
Taschentücher?
In etwa einem Monat finden hier Wahlen auf Gemeinde und Kantonaler Ebene statt. Es beginnt also die Zeit der Wahlwerbung und der vielen Plakate mit (mir) meist unbekannten Gesichtern. Und wie es sich gehört, rührt die aktuell stärkste Partei der Schweiz, die Vereinigung der Milliardäre, Besitzstandwahrer, Nationalisten und ewiggestrigen Heimatträumer die Werbetrommel ganz kräftig. Heute lag der obige Prospekt im Briefkasten und darauf war eine Packung Papiernastücher (als Geschenk) aufgeklebt. Ehrlich? Nastücher? Was wollen sie mir denn damit sagen? 🤔🙄
Wobei... wenn ich an deren Politik denke, dann kommen mir schon die Tränen. Da können Papiertaschentücher ganz hilfreich sein. Es stimmt mich ja grundsätzlich schon traurig, dass eine solch rückwärts gewandte Politik den grössten Zuspruch bei meinen Mitmenschen findet. Man muss dazu sagen, dass diese Partei in den letzten 25 Jahren rechts der Mitte alles verdrängt und in sich aufgenommen hat. Es gibt also gefühlte fünf Parteien von ganz links bis in die Mitte und alles rechts davon wählt dann (zum grössten Teil) dieses Sammelbecken von heimatverliebten Traditionalisten. Leider...
Ganz ehrlich: Ich befürchte, dass ich die Taschentücher nach den Wahlen wohl wirklich gebrauchen werde, denn ich werde -wie fast immer- zu den Verlierern gehören 😭. Trotzdem. Ich werde wählen und dagegen halten. Nur schon um immer wieder für eine etwas offenere und weniger auf das Geld fixierte Zukunft zu stimmen. Das ist alles, was in meiner Macht steht.
Mittwoch, 16. Februar 2022
Pandemie-Ende
Heute Nachmittag hat der schweizer Bundesrat das Ende der Covid19-Pandemie verkündet. Ab morgen Donnerstag fallen fast alle Beschränkungen und auch das Covid-Zertifikat verliert (zumindest im Inland) seinen Wert. Vereinfacht kann man sagen, dass alles aufgehoben wird, bis auf die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Doch auch dort soll dies nur noch bis Ende März nötig sein und per Anfang April wird die "ausserordentliche Lage" beendet.
HURRA! Super! 👍 ![]()
Obwohl die Infektionszahlen nach wie vor hoch sind (siehe Grafik, oben), ging es nun wirklich schnell. Die Omikron-Variante ist zwar ziemlich ansteckend, doch sowohl die nötigen Spitaleinweisungen als auch die Anzahl der Todesfälle infolge Covid-19 sind rückläufig. Das heisst: Einerseits scheint Omikron weniger aggressiv und andererseits ist die Bevölkerung durch Impfung oder Durchseuchung genügend gut vor schweren Verläufen geschützt.
Ich freue mich schon darauf, morgen wieder einmal ohne Hygienemaske in ein Lebensmittelgeschäft gehen zu können. 😎
PS: Ich will diesen Schritt, die Politik und auch die letzten zwei Coronajahre nicht beurteilen. Ich bin einfach froh, dass es aktuell so aussieht, als ob dieses Thema an Dringlichkeit und Wichtigkeit verliert. Natürlich ist man durch all die Alarmmeldungen der letzten Jahre noch etwas mitgenommen und in Hinsicht auf den kommenden Herbst hoffe ich ganz einfach, dass dann nicht eine neue und wieder aggressivere Virusvariante auftaucht. Es wäre wirklich schön, wenn es definitiv zu Ende gehen würde.
Freitag, 1. Oktober 2021
Kopfgeldjäger?
Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche sondern auch eine politische Herausforderung. Seit eineinhalb Jahren versucht man mit unterschiedlichsten Mitteln und Massnahmen die Bevölkerung zu schützen und das Virus zurückzudrängen. Seit Anfang Jahr stehen nun Impfungen zur Verfügung und am Liebsten hätte man natürlich, wenn sich 100 Prozent der Bevölkerung impfen würde. Ein Impfobligatorium ist politisch nicht machbar und deshalb versucht man in den letzten Monaten die Bevölkerung mit Zuckerbrot und Peitsche zur Impfung zu motivieren.
Seit zwei oder drei Monaten hat die Impfbereitschaft deutlich abgenommen. Es kursieren unterschiedliche Zahlen, doch im Moment ist wohl etwa 60 Prozent der schweizer Bevölkerung geimpft. Bei den 40 Prozent der Ungeimpften ist es schwer zu sagen, wie viele sich schlicht nicht impfen lassen wollen und wie viele das bisher einfach noch nicht konnten. Denn Kinder unter 12 Jahren dürfen (noch) nicht geimpft werden und dann gibt es eine unbekannt grosse Anzahl an Menschen, die zwar impfbereit wäre, bei denen jedoch medizinische Aspekte gegen eine Impfung sprechen. Wie auch immer, man muss davon ausgehen, dass wohl etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung impfunwillig ist. Das ist viel. Zu viel für eine Regierung die glaubt, dass mindestens 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sein muss, damit sich das Virus nicht weiter verbreiten kann.
Also erhöht man den Druck. Man verunglimpft diese Menschen als bildungsferne Egoisten, Unsolidarische, Verweigerer, Fakten-Resistente und Verschwörungstheoretiker. Dann führt man ein Covid-Zertifikat ein und beschränkt damit den Zutritt für Nicht-Geimpfte zu Veranstaltungen, Restaurants, Museen, Zoos, Fitnesscentern und einigem mehr. Das hebt zwar die Impfquote um ein paar wenige Prozente, vielmehr treibt es jedoch die Kosten für Covid-Tests in die Höhe, weil sich Nicht-Geimpfte nun testen lassen müssen um für 48 Stunden ein Covid-Zertifikat zu erhalten. Tja, dieser Schuss ging wohl nach hinten los und die Kosten für all die Tests belaufen sich auf mittlerweile etwa 50 Millionen Franken pro Woche.
Der nächste Schritt ist nun, dass ab dem 10. Oktober diese Covid-Tests nicht mehr vom Staat bezahlt werden. Wer also ein Zertifikat braucht und nicht geimpft ist, muss zukünftig die Kosten von geschätzten 100 bis 150 Franken für einen PCR-Test selbst berappen und kriegt dann dafür für 48 Stunden den Covid-Führerschein.
Das ist alles nur zu unserem Schutz und zum Besten für die Nation!
Heute hat der Bundesrat noch einen draufgesetzt und damit den Vogel vollends abgeschossen. Zukünftig soll es eine Prämie von 50 Franken geben, wenn jemand einen Nicht-Geimpften auf den Pfad der Tugend bringt und sich dieser dann tatsächlich impfen lässt. Was für eine Schnapsidee! Einfach lächerlich. Man fragt sich echt, was die im Bundeshaus so rauchen 🚬...
Ich könnte also meine Frau überzeugen und sie mich. So würden wir insgesamt 100 Franken einstreichen und könnten dafür als Impfbelohnung in ein Restaurant fein essen gehen 🙄. Falls ich mich nun für die Impfung entscheiden würde, könnte ich auch hier im Blog eine Verlosung durchführen und der Gewinner kriegt dann die 50 Franken.💶
Das ist einfach nur noch peinlich. Willkommen in Absurdistan! Und da wundert sich noch jemand, wenn immer grössere Teile der Bevölkerung der Politik misstrauen? Wer mit solchen Bauernfängertricks hausieren geht, muss sich über den Spott nicht wundern!
Dienstag, 16. März 2021
1 Jahr Corona-Massnahmen
Ich schreibe den heutigen Beitrag nur widerwillig. Wie so Viele bin auch ich Corona-müde. Ein Jahr mit medialem Dauerbeschuss und politischem Hüst und Hott hinterlassen Spuren...
Zunächst zu den Fakten. Gemäss offizieller Satistik haben sich in der Schweiz bisher 568'172 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt und davon sind 10'172 "an oder mit" Corona verstorben. Die grossen Hoffnungen liegen derzeit auf der Corona-Impfung. Das politische Ziel ist, möglichst viele der ca. 7,1 Mio. erwachsenen Personen zu impfen. Derzeit sind knapp 400'000 Personen (doppelt) geimpft. Dies sind vor allem Betagte und Hochrisikopatienten. Etwa 300'000 sind bisher einmal geimpft. Die Idee ist, dass alle Impfwilligen bis im Sommer geimpft und somit immun sind. Nach Umfragen schätzt man die Gruppe der Impfwilligen auf etwa 62 Prozent. Die Ürigen sind noch unentschlossen (ca. 18%) oder dagegen (ca. 20%). Nach der offiziellen Theorie sollten aber mehr als 80 Prozent der Bevölkerung immun/geimpft sein, damit das Virus sich nicht mehr ausbreiten kann.
Wirklich erstaunlich ist der Umstand, dass man auch nach einem Jahr ziemlich wenig weiss (gesichert). Ob die Übertragung nun über Tröpfchen oder Aerosole geschieht ist immer noch sehr umstritten und somit ist auch das ganze Maske-tragen Thema eher eine Übung nach dem Motto "nützt es nichts, so schadet es zumindest nichts". Man weiss auch nicht wirklich, wo sich die meisten Menschen anstecken. Das "Contact-Tracing" ist wohl der Millionen-Witz des Jahres und was die Schliessungen von Schulen, Verkaufsgeschäften, Restaurants, Fitnesscentern, Museen, Coiffeur-Salons, und, und, und, wirklich gebracht hat, weiss niemand so wirklich. Egal was nun gerade offen oder geschlossen war, das Virus zwängte uns seinen eigenen Rythmus auf und kümmerte sich so überhaupt nicht um die politisch verfügten Massnahmen.
Ich weiss nicht genau, worin die Motivation der Politik bestand um sich zum grossen Beschützer der Volksgesundheit aufzuschwingen. Vermutlich wollte man ein Kollabieren des Gesundheitssystems vermeiden. Egal und wieso auch immer, unser Bundesrat führte vor einem Jahr Notrecht ein, welches dann im Herbst auf eine "ausserordentliche Lage" zurückgestuft und gegen Ende letzten Jahres durch das sogenannte Covid-Gesetz legitimiert wurde. Seither erteilt uns die Politik nicht nur gute Ratschläge (wie ich mir das gewünscht hätte), sondern sie bestimmt, mit wie vielen Personen ich mich treffen darf, wo ich eine Maske tragen muss, in welchen Geschäften ich zu welchen Zeiten einkaufen darf und noch einiges mehr.
Natürlich zeigt das alles enorme wirtschaftliche Auswirkungen und ich habe schon lange den Überblick verloren, wieviele Milliarden an Unterstützungsgeldern gesprochen wurden um diese Folgen zumindest etwas abzufedern. Wer das alles mal bezahlen soll, steht in den Sternen. Doch das ist ja auch nicht so wichtig. Ist ja nur Geld, sind ja nur Zahlen 😏.
Schlimmer finde ich die sozialen Auswirkungen, die langsam aber sicher deutlich werden. Verstärktes Misstrauen, Depressionen, Vereinsamung, Verlust von sozialer Kompetenz. Vor allem für junge Menschen war das ein ganz trauriges Jahr. Viele Ausbildungen wurden unterbrochen, Abschlüsse verschoben und wer einen Job suchte, hatte ganz schlechte Karten. Ganz zu schweigen von all den gestrichenen Freizeitmöglichkeiten. Keine Parties, keine Konzerte, generell keine Veranstaltungen mehr. So vieles, was eben jung-sein ausmacht... Ja, ganz generell ging sehr viel Freude, Lebensfreude verloren. Es wird schwierig sein, diese positive Grundstimmung wieder herzustellen.
Es wird ganz generell schwierig, aus diesem ganzen Corona-Schlamassel wieder herauszukommen. Egal ob politisch, wirtschaftlich oder sozial... Und dieses Jahr hat uns vor allem gelehrt, dass dies alles noch dauern kann...
Ganz persönlich und egoistisch betrachtet tangiert mich das ganze Thema nur marginal. In meinem Bekanntenkreis ist niemand an Corona gestorben. Ich kenne ein paar wenige Leute die infiziert waren, doch die haben alle Covid nahezu problemlos überstanden. Länger als zwei bis drei Wochen kämpfte niemand mit Symptomen. Holz anfassen! und hoffen, dass dies so bleibt.
Natürlich ging mein Rikschajahr 2020 finanziell den Bach runter und natürlich "leide" ich unter den Massnahmen. Doch das ist Jammern auf ganz hohem Niveau und wirklich kaum der Rede wert. Am ehesten stört mich, dass man aufgrund dieses Viruses und seiner Mutationen kaum mehr Zukunftspläne machen kann. Man hat keine Ahnung, wann (und zu welchen Bedingungen) man wieder ins Ausland reisen kann. Ob grössere Veranstaltungen wieder möglich sein werden, ob mein Rikschageschäft wieder anzieht, wann wir ein grösseres Fest mit Freunden feiern können, und so weiter.
Man hangelt sich also so durch die Monate und hofft einfach, dass möglichst bald wieder bessere Zeiten kommen... 🙄
PS: Natürlich ist die Schweiz keine Insel und die schweizer Politik unterscheidet sich auch nur marginal von der Politik der umliegenden Länder. Es ist also keine nationale Situation sondern es betrifft ganz Europa, Nordamerika, Teile von Südamerika, Afrika und Asien. Ja, man kann sagen, dass diese Pandemie ein globales Problem darstellt und dass ich (vermutlich) auch heute in einem Jahr wieder widerwillig darüber schreiben werde.
Mittwoch, 13. Januar 2021
ich verstehe es nicht mehr

Gestern standen wir am Abgrund... deshalb wurden im Dezember die Corona-Massnahmen verschärft.
Heute sind wie einen Schritt weiter... deshalb werden ab kommenden Montag die Corona-Massnahmen noch weiter verstärkt.
🙄 🤔 🤐 😕 Ich verstehe es nicht (mehr).... irgendwie habe ich abgehängt...
Die Infektionszahlen sind seit Mitte Dezember leicht gesunken, die Spitaleinweisungen nahmen ab, von einer echten Überlastung der Spitäler kann zumindest aktuell nicht gesprochen werden. Zugegeben: Die Infektionszahlen sind, mit etwa 3'000 Neuinfizierten pro Tag, immer noch sehr hoch. Doch nach meinem Empfinden ging die Entwicklung in den letzten Wochen zumindest in die richtige Richtung. Wieso jetzt noch strengere Regeln und Bestimmungen? 🤨
Aha! Man hat einen neuen (Angst-)Hasen aus dem Hut gezaubert! Das seit 10 Monaten bekannte Covid19-Schreckensvirus ist mittlerweile wohl etwas abgelutscht. Deshalb fürchten wir uns nun vor einer neuen, anscheinend 70% ansteckenderen Virus-Mutation. Achtung: Der in Grossbritanien mutierte Covid19-Virus (B117-Variante) droht uns schon bald zu überrollen! Wir müssen jetzt in Deckung gehen, uns zuhause verschanzen, möglichst alle zwischenmenschlichen Kontakte eliminieren, abwarten und auf Gott hoffen... Aber es sieht noch schlimmer aus: In Südafrika ist ebenfalls eine neue Virus-Mutation aufgetaucht. Es wird wohl nicht lange dauern, bis wir die Massnahmen nochmals verschärfen müssen... wenn das dann noch geht und wir nicht alle schon mausetot sind... 🙄
Man kann ja mitverfolgen, was die Lock-Downs in Spanien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Grossbritanien und anderen Ländern so bringen... Die Antwort ist einfach: Sie bringen NICHTS. Das Virus lacht sich krumm und verbreitet sich nahezu genau gleich wie in Ländern mit weniger strikten Massnahmen. Doch wen interessiert das? Niemand. Zumindest nicht unsere Politiker und Entscheidungsträger... Es kann ja nicht so falsch sein, was die anderen, besorgten Regierungen so machen. Schliesslich empfielt das auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Also: Vorwärts!
Was mich persönlich ärgert ist, dass ich, als eher sozial- und somit linkspolitischer Wähler, mittlerweile mit den bürgerlichen Rechtsparteien sympathisiere, die vor dem Abwürgen der Wirtschaft warnen und sich deshalb gegen härtere Massnahmen wehren... soweit ist es schon gekommen... 😥 (obwohl mein Hauptkritikpunkt eher die "Verhältnismässigkeit" betrifft).
Im "Erweiterten Eintrag" halte ich die aktuell beschlossenen Corona-Massnahmen fest.
Weiter: "ich verstehe es nicht mehr"Donnerstag, 7. Januar 2021
trübe Stimmung

Im ganzen Monat Dezember 2020 wurden in Zürich nur gerade 11 Sonnenstunden registriert. Im Januar mag ich mich bisher an keine einzige Minute erinnern. War es nicht der Nebel oder der Hochnebel, so waren es sonstige Wolken, die den Blick zum blauen Himmel und der Sonne versperrten. Fünf graue und kalte Wochen können schon ziemlich aufs Gemüth schlagen... Dazu noch die immer gleich schlechten Corona-News... schwierige Zeiten um geistig positiv zu bleiben.
Als sich heute, kurz nach Mittag, die Bewölkung etwas auflockerte und sich tatsächlich die Sonne wieder einmal zeigte war klar, dass ich gleich den PC runtergefahren habe, Bikekleider anzog um dann eine kurze Radrunde an der frischen Luft zu drehen. Es war kalt. Nur knapp über Null Grad. Das bisschen Schnee, welches gestern gefallen ist, begann zu schmelzen. Ich wählte deshalb das KISH-Strassenrad und nicht das Mountainbike. So konnte ich die Sache auch gleich noch mit einem Lebensmitteleinkauf verbinden.
Als die Sonne tatsächlich zu sehen war, machte ich eine Pause an einem Waldrand. Mit einem Lappen wischte ich die Aussichtsbank trocken, setzte mich, schloss die Augen und richtete mich zur Sonne aus. Vitamin D tanken. Das tut gut.
Ich äussere mich hier nur ganz selten zu Themen der Weltpolitik. Doch die gestrigen Vorkommnisse in den USA will ich doch hier festhalten. Das war nicht nur "trübe Stimmung", das war (vorher) unvorstellbar und ich staunte über die Bilder am Fernseher ganz ähnlich wie damals, 2001, als die Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York geflogen sind und diese in der Folge einstürtzten.
Gestern Abend stürmten Anhänger des abgewählten Präsidenten das Regierungsgebäude (Capitol) in Washington. Dort sollte der Kongress die Zertifizierung der Wahlergebnisse vom November vornehmen und somit den Weg für die Amtsübernahme von Joe Biden, als nächsten amerikanischen Präsidenten, am 20. Januar 2021, vorbereiten. Eigentlich eine reine Formsache.
Doch der scheidende Präsident, Donald Trump, hat seine Wahlniederlage noch nicht eingestanden und andauernd von irgendwelchem Stimmenklau und Wahlbetrug gesprochen. Dutzende von Klagen seiner Partei wurden abgewiesen. Es konnten keine ernsthaften Anhaltspunkte für mögliche Wahlmanipulationen vorgelegt werden, noch änderten verschiedene Nachzählungen irgendetwas am Resultat. Die Faktenlage sagt: Trump hat verloren und Biden gewonnen. In der Theorie also ganz einfach und klar.
Doch Donald Trump und seine Anhänger leben in ihrer eigenen Welt, in der effektive Fakten kaum eine Rolle spielen. Er verkündet wiederholt, dass er einen erdrutschartigen Sieg errungen hätte, der ihm vom Establishment, von den Medien und den Demokraten gestohlen worden sei. Völlig absurd und wirr das Ganze. Er rief schon seit längem zum "Marsch auf das Capitol" auf, welcher gestern dann stattfand, aus dem Ruder lief und völlig erkalierte. Kein Wunder. In einer aufpeitschenden Rede feuerte er seine Anhänger an. Hier ein paar Zitate seiner Brandrede:
- «Wir werden zum Capitol gehen und unsere tapferen Senatoren und Kongressabgeordneten anfeuern, und wir werden wahrscheinlich einigen von ihnen nicht so sehr zujubeln.»
- «Wir alle hier wollen heute nicht, dass unser Wahlsieg von angestachelten linksradikalen Demokraten gestohlen wird, was sie gerade tun (...)»
- «Wir werden nicht zulassen, dass sie Eure Stimmen zum Schweigen bringen.»
- «Man wird unser Land niemals mit Schwäche zurückerobern, man muss Stärke zeigen und man muss stark sein.»
- «Wir werden dort hingehen, und ich werde bei Euch sein (...)»
Als halbwegs klar denkender Mensch kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und man fragt sich echt, ob dieser Präsident noch alle Tassen im Schrank hat. Doch nüchtern betrachtet ist das ganz einfach die logische Folge der letzten vier Jahre mit diesem Lügner und Egozentriker, an der Spitze eines der einflussreichsten Länder dieser Erde. Seine Partei hat ihn immer gewähren lassen, seine Lügen als "freie Meinungsäusserung" verharmlost und ist ihm blind gefolgt. Genauso, wie unglaublich viele Wähler und Menschen, die ihm auf den Leim gekrochen sind. Sein Wahlslogan 2016 war "make America great again". Wenn das nun das Resultat ist... na dann gute Nacht.
Was gestern Abend vorgefallen ist, war ein unwürdiges und erschreckendes Schauspiel. Ich will hier nicht polemisieren, zumal ich die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland ja auch nur aus den Geschichtsbüchern kenne, doch es kam schon der Gedanke auf "so ähnlich wird das damals auch gewesen sein," Es wurde über Jahre soviel Hass geschürt, dass Undenkbares möglich wurde, dass Hemmungen fielen und der Mob zu randalierten begann. Damals nahm die Geschichte einen ganz unheilvollen Verlauf. Hoffen wir, dass die gestrigen Aktionen das Ende einer (dunklen) Phase darstellen und nicht den Anfang weiterer Ausschreitungen und eines möglichen Bürgerkriegs (oder noch Schlimmerem).











