Im Kanton Jura, genauer gesagt in Saint Ursanne, befindet sich einer der 90 Grand Tour of Switzerland Foto-Spots. Ich war schon ewig nicht mehr im Jura unterwegs und deshalb wollte ich den heutigen, sonnigen Herbsttag nutzen, um diesen Foto-Spot in meine Sammlung aufzunehmen. Zu diesem Zweck stand ich früh auf und fuhr mit dem Zug nach Biel, wo ich um 08:15 Uhr, bei noch frischen 10° Grad startete.
Die ersten paar Kilometer ging es quer durch Biel, am SWATCH-Hauptsitz vorbei, in Richtung Taubenlochschlucht und Frinvillier. Das geht nur auf ziemlich stark befahrenen Strassen, was nicht wirklich viel Spass machte. Doch das war zum Glück nur ein kurzer Abschnitt und schon bald kam ich in ruhigere und schönere Gegenden. Der erste Anstieg führte auf den "Col de Pierre Pertuis" auf dem ein lustiges Verkehrsschild steht. Darauf ist geschrieben "1827 m.ü.M" obwohl mein GPS dort lediglich eine Höhe von ca. 830 m.ü.M. anzeigt. Lustig. Wieso dem so ist, weiss ich nicht.
Für mich war das heute jedoch so quasi der Übergang vom geschäftigen Treiben um Biel, in das von Hügeln, Täler, Weiden und Wäldern dominierte Umland des Kanton Jura. Man sieht viele weidende Kühe und auch immer wieder Pferde. In dieser Region wird viel Käse produziert und so war ich auch nicht erstaunt, als ich in Bellelay am grossen Museum für die Produktion von "Tête de Moine" vorbeikam. Da machte ich im Sonnenschein einen ersten Verpflegungshalt und wurde gleich von einer süssen Katze besucht und ganz lieb angeschmust 😻. Also nicht nur Körper-, sondern auch Seelennahrung. 👍
Es folgten viele schöne Kilometer, in stetem auf und ab, mit immer wieder tollen Ausblicken, bis ich kurz vor 12:00 Uhr in Saint Ursanne eintraf. Meine Strecke führte natürlich direkt am Foto-Spot vorbei, wo ich die geplanten Bilder schoss, bevor ich mir ein Restaurant mit Platz an der Sonne suchte. Saint Ursanne ist sehr malerisch, mit einem intakten historischen Ortskern. In der Auberge du Jura wurde ich dann fündig und habe dort ausgezeichnet "Quiche lorraine et salade verte" gegessen 🍽. Empfehlenswert! 👍
Nun war es auch an der Zeit, das Langarmtrikot und die Knielinge auszuziehen und zu verstauen. Zum einen war es mittlerweile angenehm warm und zum anderen stand jetzt ein Anstieg von etwa 500 Höhenmetern auf dem Programm. Zuerst noch asphaltiert, später auf einer gutmütigen Schotterstrasse führte der Weg auf einen Hügelrücken, von dem man einen fantastischen Rundblick geniessen konnte. Natürlich sah man auch den Chasseral, mit seinem prägnanten Sendeturm.
Etwa fünf Kilometer konnte man immer leicht berg runter rollen und die tolle Aussicht geniessen. Dann folgte die Schlussabfahrt nach Delémont und somit auch der einzige, ziemlich kurze, dafür auch recht steile, Singletrail im Wald. Bald schon kam ich auf eine Schotterstrasse, die zu einem Aussichtspunkt über Delémont führte. Von dort konnte man bis ins Ortszentrum ganz einfach rollen, geniessen und die Tour ausklingen lassen. Auch heute hatte ich wieder ein ausgezeichnetes Timing. Der Zug von Delémont nach Biel stand schon bereit und auch in Biel reichten vier Minuten Umsteigezeit für den Schnellzug nach Zürich. Dort bin ich am Hauptbahnhof ausgestiegen und gemütlich nach Hause gefahren. Somit sind insgesamt über 100 Kilometer zusammengekommen. Die Jura-Tour alleine war knapp 81 Kilometer lang, mit 1'610 Höhenmetern. Wer will, kann sich hier die aufgezeichnete Strecke ansehen. Für den ganzen Tag sagt das GPS: 109 km, 5:58 Std., 2'010 Hm.