Den allwöchentlichen Sonntagsbesuch bei meiner Mutter unternahm ich mit dem TREK 1120. Damit kann ich gemütlich fahren und vor mich hinträumen. Gemütlich ist heute insofern wichtig, weil ich ja nicht voll verschwitzt ankommen will und bei praller Sonne und über 30° Grad ist das schon eher ein schwieriges Unterfangen. Es wird also wahrhaftig eine gemütliche Spazierfahrt...
Auf dem Nachhauseweg fahre ich noch einen Umweg, weil ich doch ziemlich in Gedanken versunken bin. In den letzten Wochen/Monaten beschäftigt mich die Frage: "Wann ist der frühest mögliche Zeitpunkt für eine Pensionierung?" immer wieder. Eigentlich habe ich schon im letzten Jahr mal ein realistisches Datum festgelegt und daraufhin meine Finanzen durchgerechnet. Nun möchte ich aber nicht mehr so lange warten... Also: Wann dann?
Ich bin hin- und hergerissen und beklage meinen fehlenden Mut um loszulassen und zu springen. Dabei beurteile ich die noch zu bewältigende Arbeitszeit als verlorene Lebenszeit, was sicher etwas zu hart und nicht ganz richtig ist. Zumal ich ja jetzt schon nur ein reduziertes Pensum, im Vergleich zur Normalarbeitszeit, leiste. Der Morgenjob entspricht etwa 30% und für das Rikscha-Geschäft werde ich über das ganze Jahr gesehen auch nicht mehr als 40% Zeit aufwenden. Somit arbeite ich um die 70%, was ja schon mal ganz nett ist. Das kann man schon aushalten...
Aber: Ich habe einfach langsam genug von diesem Tausch: Lebenszeit gegen Geld. Meine Lebenszeit ist begrenzt und 62-17= 45 Jahre im Hamsterrad sind eigentlich genug! Es gibt noch ein paar Dinge auf meiner Bucketlist, die eine gute Gesundheit erfordern und der Erhalt dieser Gesundheit braucht auch immer mehr Zeit.
Wie so oft bei solchen Entscheidungen ist das Problem, das man nicht in die Zukunft schauen kann. Niemand weiss, wie viele Jahre noch kommen und wie viel davon man unversehrt und bei guter Gesundheit erleben kann. Wenn noch viele Jahre kommen, dann kommt es auf +/- ein Arbeitsjahr nicht so drauf an. Wenn es aber nur noch wenige Jahre sind, dann würde man sich auf dem Sterbebett wünschen, dass man mutiger gewesen wäre und den Schritt früher gewagt hätte. Hmmm... Schwierig... Irgendwann werde ich entscheiden... und wenn nicht, dann erreiche ich ganz automatisch das schon angedachte Pensionsalter 😉.
PS: Dieser Artikel ist die gedankliche Fortsetzung davon.